Breitband-Ausbau im Landkreis

Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hat sich einen flächendeckenden, leistungsstarken und zukunftsfähigen Breitbandausbau zum Ziel gesetzt, der auch die Gebiete im ländlichen Raum umfassen soll, die heute noch unterversorgt sind.

Aktuelles

Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hat jetzt offiziell einen Breitbandmanager. Alexander Schmid hat am 6. Juni offiziell seinen Dienst angetreten. Der 37-Jährige war zuletzt Projektleiter und stellvertretender Teamleiter bei einem auf die kommunale Breitbandberatung und -planung spezialisierten Planungsbüro und hat in dieser Funktion die Planung für das kreisumspannende sogenannte „Backbone“-Netz erarbeitet, ebenso auch die Glasfasernetze für die Landkreise Lörrach und den Ortenau. Schmid hatte in Tübingen Geoökologie studiert. Nach Praktika in verschiedenen Umweltprojekten führte ihn sein Berufsweg über ehrenamtliche und freiberufliche Tätigkeiten zwischenzeitlich auch zum Regionalverband Neckar-Alb. Mehr...
Entlang der Wittentalstraße zwischen Zarten und der Landesstraße 133 am Ortseingang von Stegen liegt jetzt das erste Teilstück für das neue Glasfasernetz im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Dieses soll künftig das gesamte Kreisgebiet erschließen und allen Einwohnern einen Zugang zum superschnellen Internet bieten. „Ein kleines Stück auf der Landkarte, ein großer Schritt für den Landkreis“ freut sich der Erste Landesbeamte Martin Barth, der für den Breitbandausbau im Landkreis verantwortlich ist, in Anlehnung an den ersten Mondspaziergang von Astronaut Neil Armstrong vor fast 50 Jahren. Mehr...
Bei einem Gespräch haben sich die Bürgermeister der Städte und Gemeinden der Arbeitsgemeinschaft Breitbandausbau im Hochschwarzwald mit Vertretern des Landratsamtes über die weiteren Pläne zum Breitbandausbau im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald ausgetauscht und die Perspektiven des Ausbaumodells des Landkreises für die Gemeinden im Hochschwarzwald diskutiert. Ebenso wurden mögliche Zeithorizonte, Kostenkalkulationen für den Glasfaserausbau im Hochschwarzwald durch das Betreibermodell besprochen. Mehr...

Weitere Nachrichten anzeigen

 

Gut zu wissen

Hintergründe und Ausbaumodelle

Mit der politischen Vorgabe der Digitalen Agenda der Bundesregierung soll eine flächendeckende Breitbandversorgung ("schnelles Internet") mit einer Übertragungsrate von 50 Mbit/s verfügbar sein. Nach dem Ergebnis der aktuellen Markterkundung vom Jahr 2015 besteht derzeit keine flächendeckende Erschließung des Landkreises. Diese ist auch in den nächsten drei Jahren nicht zu erwarten. Während städtische Bereiche einen guten Zugang zu schnellem Internet haben, besteht im ländlichen Raum oft nur die Grundversorgung von unter 6 Mbit/s. Diese heterogene Aufteilung ist insbesondere auf die geringe Siedlungsdichte sowie die vielfältigen topografischen Gegebenheiten und der damit verbundenen höheren Ausbaukosten zurückzuführen.

Modelle

  • Wirtschaftlichkeitslücken-Modell (Deckungslücken-Modell)
    Ein Telekommunikationsunternehmen bekommt einen Zuschuss zur Errichtung der Breitbandinfrastruktur. Das Telekommunikationsunternehmen ist zugleich auch Betreiber des Netzes. Hiermit sollen die "Lücken gedeckt" werden, die für einen Betreiber sonst nicht wirtschaftlich ausbaubar sind.

  • Betreiber-Modell
    Die öffentliche Hand (z.B. Kommunen, Landkreise) bauen die passive Breitbandinfrastruktur selbst und verpachten diese an einen Netzbetreiber. Unter 'passiver Infrastruktur' werden alle Bereiche eines Netzwerks verstanden, die ohne eigene Stromversorgung auskommen. Hierzu gehören u.a. Kabelkanäle, Leerrohre, Verteilergestelle, etc.


Breitband als Standortfaktor

Eine gut ausgebaute Breitbandinfrastruktur stellt für viele Unternehmen bei der Ansiedlungsentscheidung als wichtigster Standortfaktor die Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum dar. Der Breitbandbedarf wird nicht nur im gewerblichen, sondern auch im privaten Gebrauch in den nächsten Jahren deutlich ansteigen. Der Zugang zu schnellem Internet ist folglich nicht nur ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein Faktor für Lebensqualität. Damit diese Standortfaktoren verbessert werden, setzt sich der Landkreis für einen zukunftsfähigen, flächendeckenden Ausbau ein.


Ablauf

Zeitraum Planungsschritt
Mai 2015 Vergabeverfahren Backbone-Planung
November/Dezember 2015 Markterkundung
Februar 2016 Übergabe Zuwendungsbescheid für Backbone-Planung durch Minister Bonde im MLR
April/Mai 2016 Abstimmung Backbone-Planung mit Gemeinden
Juli 2016 Erste Sitzung Begleitausschuss Breitbandausbau des Kreistags
27. September 2016 Sachstandsbericht zur Backbone-Planung des Landkreises im Ausschuss Wirtschaft, Verkehr und Umwelt
Oktober-Dezember 2016 Fertigstellung Backbone-Planung,
Entscheidung über weitere Umsetzungsschritte
19. Dezember 2016 Einstimmige Entscheidung des Kreistags für das Betreibermodell
Dezember 2016 - Juli 2017 Ausschreibung: FTTB-Strukturplanung (Feinplanung) für ca. 35 Städte und Gemeinden im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
März 2017 Erste Mitverlegungsmaßnahme für das landkreisübergreifende Backbonenetz im Dreisamtal
2017
  • Beginn FTTB-Ortsnetzplanung
  • Stellenbesetzung Breitbandmanager
  • Gründung Zweckverband
geplant ab 2018
  • Beginn Realisierung kommunaler Verteilernetze
  • Erstellung Backbone durch Mitverlegung, Anpachtung und Neubau
  • Ausschreibung Netzbetrieb


Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hat Ende 2015 eine Markterkundung durchgeführt. In dieser wurden die Ausbauabsichten privatwirtschaftlicher Telekommunikationsanbieter abgefragt, den gesamten Landkreis flächendeckend auszubauen. Nach den Ergebnissen dieser Markterkundung ist keine landkreisweite flächendeckende Breitband-Erschließung zu erwarten. Vor diesem Hintergrund prüft der Landkreis die Möglichkeiten des Breitbandausbaus.
Im Februar 2016 erfolgte die Übergabe des Zuwendungsbescheids an den Landkreis durch den damaligen Minister Bonde im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg.

Um ein umfassendes Bild von der Breitbandverfügbarkeit im Landkreis zu bekommen und mögliche Ausbaustrategien zu betrachten, wurde als nächster Schritt ein landkreisweites Backbone (Glasfaserrückgrat; Glasfaserbasisnetz) in Planung gegeben. In diesem Rahmen werden die Versorgungssituation und die bestehende Netzinfrastruktur im Landkreis erhoben. Hierzu haben im Frühjahr 2016 Abstimmungsgespräche mit den Gemeinden stattgefunden. Die Planungsergebnisse des Kreis-Backbones liegen dem Landkreis Anfang 2017 vor.
Um notwendige Neubaumaßnahmen zu reduzieren, wurden Mitverlegungsmöglichkeiten bei anstehenden Baumaßnahmen in die Backboneplanung integriert. Erste Mitverlegungsmaßnahmen haben bereits stattgefunden.

Der Landkreis befindet sich momentan Mitten im gemeinsamen Ausschreibungsverfahren für die Glasfaser-Ortsnetzplanungen von 35 Städten und Gemeinden. Nach der Vergabeentscheidung im Sommer sollen Gemeinden und Städte mit ernsten Ausbauabsichten ihre Ortsnetzplanung zuerst erhalten, sodass dann bereits im nächsten Jahr mit der Realisierung der ersten Gemeindenetze begonnen werden kann.
Da viele Gemeinden nicht genügend Kapazitäten haben, ihre Ortsnetze selbst zu planen und zu bauen, wird dies ein Zweckverband übernehmen. Dieser soll noch im Jahr 2017 gegründet werden.

Ein Begleitausschuss des Kreistags befasst sich mit konzeptionellen, organisatorischen, rechtlichen und förderrelevanten Fragen.


Fachbegriffe und Informationen

Backbone (Glasfaser-Rückgrat, Glasfaser-Basisnetz) Das Backbonenetz ist eine landkreisweite, redundante Glasfaserinfrastruktur, die an das internationale und bundesweite Netz angeschlossen ist.
FTTB-Ortsnetz (Glasfaser-Ortsnetz) Damit die einzelnen Hausanschlüsse schnelles Internet erhalten, wird ein Ortsnetz auf Glasfaserbasis aufgebaut. Dieses wird an das leistungsfähige Backbonenetz angegeschlossen.
Glasfaser (Fibre) Lichtwellenleiter, die aus einer Glasschmelze zu dünnen Fasern gezogen werden. Glasfaserkabel übertragen Lichtwellen bis zu einem Anschluss, wo diese in elektrische Signale umgewandelt und zum Endverbraucher weitergeleitet werden.
Die Möglichkeit Glasfaserkabel über vorhandene Gas- oder Wasseranschlüsse bis ins Gebäude zu verlegen sowie die Eigenschaft der Glasfaserkabel höhere Reichweiten und Übertragungsraten zu ermöglichen, haben dazu beigetragen, dass die elektrische Übertragung auf Kupferkabeln weitestgehend abgelöst wurde.
FTTC (Fibre To The Curb - Glasfaser bis zum Bordstein) Bei FTTC werden die Glasfaserkabel bis zum Kabelverzweiger verlegt. Die weitere Übertragung zum Endnutzer erfolgt dann per Kupferkabel. In Deutschland ist diese Technologie unter VDSL bekannt.
FTTH (Fibre To The Home – Glasfaseranschluss bis in die letzte Wohneinheit) Netzarchitektur, bei der die Verlegung von Glasfaserkabeln des Internetanbieters vom Rechenzentrum bis in die Wohnung des Anschlussnehmers vorgenommen wird.
FTTB (Fibre To The Building – Glasfaseranschluss in das Gebäude) Wie FTTH, eine Netzarchitektur, bei der die Verlegung von Glasfaserkabeln des Internetanbieters vom Rechenzentrum bis in das Gebäude vorgenommen wird. Meist werden die Kabel in den Hauskeller verlegt, von wo aus die übermittelten Signale über bestehende Kupferleitungen (VDSL-Technik oder Coax) im Haus in die Wohnungen der Anschlussnehmer weitergeleitet werden.
DSL (Digital Subscriber Line) DSL bezeichnet abgekürzt den Übertragungsstandard für einen Digitalen Teilnehmeranschluss und stellt dem Endnutzer einen breitbandigen Internetzugang zur Verfügung, über welchen Daten mit hohen Übertragungsraten von bis zu 500 Mbit/s über Kupferleitungen empfangen und gesendet werden können.
Vectoring Netztechnologie, die durch die Reduzierung von elektromagnetischen Störungen zwischen den Netzleitungen die Datenübertragung auf einem bereits vorhandenen, leitenden Kupferkabel vergrößert.
Weitere Breitband-Technologien
  • Satellit
  • TV-Kabel
  • UMTS/HSPA
  • WLAN
  • Richtfunk
  • Long Term Evolution (LTE)
  • mehr dazu
Nützliche Links

Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, 2016