Klimaschutz im Landkreis

Teilnahme am European Energy Award (eea)

Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald engagiert sich schon seit vielen Jahren für den Natur- und Umweltschutz und bei Maßnahmen zum Klimaschutz. Neben seinen staatlichen Aufgaben als Untere Naturschutz- und Umweltbehörde ist er z.B. Mitträger des Naturparks Südschwarzwald, leistet große Beiträge zur Finanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs im Regio-Verkehrsverbund Freiburg oder unterstützt die Landwirtschaft im Berggebiet mit einem Landschaftspflegegeld bei der Offenhaltung der Landschaft. Im Jahr 2013 hat er als Mitglied des kommunalen Verbunds „Region Freiburg“ ein Positionspapier verabschiedet, das sich zum Ziel setzt, die Region Freiburg bis 2050 zu einer „100 Prozent erneuerbare Energie-Region“ zu machen. Der Kreistag hat Ende 2014 beschlossen, dass sich der Landkreis am kommunalen Auditprozess „European Energy Award“ beteiligt.

Der European Energy Award (eea) ist das europaweite Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren, mit dem die Energie- und Klimaschutzaktivitäten von Städten, Gemeinden und Landkreisen regelmäßig in allen Bereichen nach einem einheitlichen Verfahren erfasst und bewertet, geplant, gesteuert und regelmäßig überprüft werden, um Potenziale der nachhaltigen Energiepolitik und des Klimaschutzes identifizieren und nutzen zu können.Er ist prozessorientiert angelegt und dient der Energieeinsparung, der effizienten Nutzung von Energie und der Steigerung des Einsatzes regenerativer Energien.Kommunen und Kreise erhalten zu Beginn einen Überblick über den lokalen Ist-Zustand in Sachen Energie und Klimaschutz. Benannt werden Potenziale in den sechs Maßnahmenbereichen

  • Entwicklungsplanung und Raumordnung
  • kommunale Gebäude und Anlagen
  • Ver- und Entsorgung
  • Mobilität
  • interne Organisation
  • Kommunikation und Kooperation

Auf dieser Basis werden energetische Maßnahmen gezielt geplant und gesteuert und deren Umsetzung in regelmäßigen Abständen überprüft. Die Beteiligung möglichst vieler Akteure eines Teilnehmers, die sich mit den Themen auseinandersetzen wird durch die Gründung eines Energieteams sichergestellt. Der Prozess ist auf drei bis vier Jahre angelegt. Ob die Maßnahmen erfolgreich umgesetzt sind, wird von externen eea-Auditoren beurteilt: Vergeben sie mindestens 50 Prozent der zu erreichenden Punkte im eea, erhält eine Kommune den European Energy Award – bei mehr als 75 Prozent den European Energy Award in „Gold“.Er ist von der Europäischen Kommission als geeignetes Instrument des Aktionsplans für nachhaltige Energie (SEAP) im Rahmen des Covenant of Mayors empfohlen und gewürdigt worden.


  • November 2014: Kreistag beschließt die Beteiligung am eea
  • Dezember 2014: Bewilligungsbescheide durch die Klimaschutz- und Energieagentur des Landes Baden-Württemberg (KEA) und die L-Bank Baden-Württemberg
  • März 2015: Auftaktveranstaltung im Landratsamt
  • März 2015: Bildung eines „Energieteams“ mit Vertretern und Vertreterinnen verschiedener Dezernate
  • September 2015: Workshop des Energieteams zur Ist-Analyse
  • Oktober 2015: Workshop des Energieteams zum ersten Maßnahmenprogramm
  • Januar und November 2016: Sitzungen des Energieteams
  • September 2017: Erstes internes Audit zur Zertifizierung
  • Oktober 2017: Verlängerung der Laufzeit um ein Jahr bis Ende 2018 durch die L-Bank
  • Oktober 2017: Workshop des Energieteams zum Maßnahmenprogramm 2018
  • September 2018: Zweites internes Audit zur Zertifizierung
  • Dezember 2018: Externes Audit zur Zertifizierung

Die jeweiligen Maßnahmenprogramme wurden soweit haushaltsrelevant im zuständigen Ausschuss beraten und im Kreistag beschlossen.
 
Das Coaching im eea-Prozess und die Begleitung des Energieteams erfolgt durch die Energieagentur Regio Freiburg.


  • Der Kreistag ist dem „Klimaschutzpakt des Landes Baden-Württemberg mit den kommunalen Landesverbänden“ durch die vorgesehene „unterstützende Erklärung“ beigetreten und hat dabei seinen Willen zur Weiterarbeit an vorbildlichen Konzepten und Maßnahmen bekundet.
  • Im Förderprogramm ECOfit des Umweltministeriums Baden-Württemberg, einem Gruppenauditprogramm für Firmen, in dem der Landkreis in den letzten Jahren schon vier Durchgänge ausgerichtet hat, wurde eine fünfte Runde für Hotels und Restaurants durchgeführt.
  • Für die umweltfreundliche, CO2-reduzierte Mobilität der Mitarbeitenden des Landratsamts wurden weitere Dienstfahrräder, E-Bikes und ein E-PKW beschafft.
  • Bauantragstellern und Bauinteressierten steht auf der Homepage des Landkreises eine „digitale Bauherrenmappe“ zur Verfügung, die eine Vielzahl von Informationsquellen, Fördermöglichkeiten und Tipps zur energetischen Sanierung, Modernisierung und Neubauvorhaben enthält.
  • Das Landratsamt bietet interessierten Kreisgemeinden zusammen mit der Energieagentur Regio Freiburg ein „Kommunalforum Energie und Klimaschutz“ an, in dem kompetente Referenten die von den Teilnehmergemeinden meistgewünschten Themenbereiche aufarbeiten.
  • Der Landkreis fördert das Projekt „Stromspar-Check“, eine Maßnahme der Nationalen Klimaschutz-Initiative für Haushalte mit geringem Einkommen, die im Landkreis vom Caritasverband und dem Jobcenter Breisgau-Hochschwarzwald durchgeführt wird, mit einem jährlichen Zuschuss von 8.000 Euro.

     

Ihr Ansprechpartner

Lutz Dierks

Leiter Fachbereich Struktur- und Wirtschaftsförderung

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