Großer Stabsrahmenübung im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald

120 Einsatzkräfte übten Unwetterszenario ​

Die Katastrophenschutzvorsorge im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald ist intensiv und hat hohe Priorität. Bestes Beispiel dafür eine groß angelegte Stabsrahmenübung in deren Verlauf 120 Einsatzkräfte von Landratsamt und die Hilfs- und Rettungskräfte der Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz, Bergwacht und THW einen Samstag lang beteiligt waren. Übungsszenario war unter anderem eine Unwettersituation, wie sie sich ähnlich im Jahr 1991 schon einmal im Bereich von Buchenbach und Kirchzarten abgespielt hatte. Damals war Katastrophenalarm für die Gemeinden im Dreisamtal  ausgerufen. In der aktuellen Übung erstreckte sich das angenommene Schadensgebiet auch auf die Gemeinden im Hochschwarzwald.

Die Führungsgruppe bei einer Lagebesprechung.

Laut dem Regieplan für die Übung zog ein Regengebiet über den Landkreis, speziell im Bereich des Dreisamtals und den Ausläufern des Hochschwarzwaldes. Gewitter und Hagelschlag mit großen Niederschlagsmengen traten auf. Bäche traten über die Ufer, überflutetet Straßen waren die Folge. Der Deutsche Wetterdienst prognostizierte eine Verschärfung der Lage durch weitere heftige Gewitter mit Starkregen und Sturmböen. Im Übungsszenario kam es weiteren Überflutungen im Dreisamtal sowie einem Felssturz im Höllental wodurch die B31 blockiert und die Oberleitung der Höllentalbahn abgerissen wurde. Züge mussten evakuiert werden. Ein nicht zu behebender Stromausfall in der Helios-Klinik in Neustadt erforderte ebenfalls die Evakuierung einzelner Klinikbereiche. Weitere Evakuierungen gab es in Buchenbach aufgrund des Hochwassers. Unter der Berücksichtigung des Ausmaßes der Unwetterereignisse mussten viele Straßen gesperrt und Umleitungen eingerichtet werden.

Ziel des Übungsszenarios war das Durchspielen der Alarmierungs- und Arbeitsabläufe der Krisenorganisationen zur Koordinierung des Großeinsatzes für Feuerwehren, Polizei und Hilfsorganisationen. Der Führungs- und Verwaltungsstab des Landkreises und der Feuerwehr erstellte ein möglichst genaues Lagebild, basierend auf den Einspielungen der teilnehmenden Organisationen. Zur Führungsunterstützung der Einsatzkräfte vor Ort wurden die Führungsgruppen von Feuerwehr und DRK in den Unterstützungsbereichen Dreisamtal und Hochschwarzwald tätig.
 
Die Übung endete nach sieben Stunden nachmittags für alle Beteiligten im Feuerwehrhaus in Kirchzarten mit einer Nachbesprechung. Das Übungsziel, die Kommunikation und Zusammenarbeit der örtlichen Führungsgruppen mit dem zentralen Führungsstab und dem Verwaltungsstab zu überprüfen wurde erreicht. Die Zusammenarbeit klappte sehr gut. Verbesserungsmöglichkeiten wurden „im technischen Bereich“ erkannt, um den Nachrichtenfluss weiter zu beschleunigen.
 
Kreisbrandmeister Alexander Widmaier sprach von einer erfolgreichen Übung mit guten Erkenntnissen zur stetigen Optimierung der Effizienz der Einsatzführung. Der Erste Landesbeamte Martin Barth dankte den ehrenamtlichen Einsatzkräften nach der Übung und bestärkte sie in ihrem Engagement: „Ohne Sie könnten wir solche Schadensereignisse, die leider schnell bittere Realität werden können, nicht bewältigen.“

(Erstellt am 10. November 2017)