Informationen für Landwirte: Ausnahmeregelung beim Gemeinsamen Antrag (FAKT, Direktzahlungen) in Verbindung mit Trockenheit

Aufgrund der anhaltenden außergewöhnlichen Trockenheit liegen auch im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald die Voraussetzungen für die folgenden Ausnahmeregelungen im Bereich Futternutzung von Zwischenfrüchten und Bracheflächen im Jahr 2018 vor:

Ausnahmeregelung für FAKT- Maßnahmen

Bei landwirtschaftlichen Viehhaltungsbetrieben ist bereits eine Futterknappheit eingetreten bzw. ist für die kommenden Wintermonate noch zu erwarten. Um diesen Futtermangel zumindest teilweise zu kompensieren, besteht die Möglichkeit des Anbaus von für die Verfütterung geeigneten Zwischenfrüchten nach der Getreideernte.
 
Bei den FAKT-Maßnahmen E1.1 Begrünung im Acker-/ Gartenbau, E1.2 Begrünungsmischungen im Acker-/ Gartenbau und F1 Winterbegrünung ist in der Regel keine Nutzung des Aufwuchses zulässig. Mit der Ausnahmeregelung besteht die Möglichkeit, den Verpflichtungsumfang für 2018 zu reduzieren, um auf diesen Flächen Ansaaten zur Erzeugung von Futter durchführen zu können. Hierbei ist auch eine Abgabe des Aufwuchses dieser ersatzweise angesäten Futterzwischenfrüchte an Dritte unentgeltlich möglich.
 
Zu beachten ist, dass für die o.g. FAKT-Begrünungsmaßnahmen eine Unterschreitung des Verpflichtungsumfangs für das laufende Antragsjahr 2018 der unteren Landwirtschaftsbehörde nach Nummer 4.9 der Verwaltungsvorschrift zum FAKT vom 27. Januar 2016 (GABl. S. 102) als Fall außergewöhnlicher Umstände schriftlich innerhalb von 15 Werktagen formlos angezeigt werden muss. Eine Zahlung für die abgemeldeten Begrünungsflächen kann für das Jahr 2018 nicht gewährt werden, Rückforderungen werden, aufgrund der außergewöhnlichen Umstände, in den Vorjahren nicht vorgenommen.

Ausnahmeregelung ÖVF-Brache

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) hat eine Allgemeinverfügung (AV) erlassen, bei der der Aufwuchs von ÖVF-Bracheflächen durch Beweidung mit Tieren oder Schnittnutzung für Futterzwecke in 2018 genutzt werden kann.
 
Die Anzeige der Anwendung dieser Ausnahmeregelung erfolgt über das Formular „Anzeige über die Futternutzung von ÖVF-Bracheflächen im Rahmen der Ausnahmeregelung nach § 25 Absatz 2 der DirektZahlDurchfV im Jahr 2018".

ÖVF - Zwischenfrüchte

Derzeit wird auf Bundesebene eine Änderung der Rechtsgrundlagen mit dem Ziel die Nutzung von ÖVF-Zwischenfrüchten für die Futternutzung zuzulassen, bearbeitet. Bei ggf. Inkrafttreten der Änderung wird die Nutzung der Zwischenfrüchte frühestens Ende September möglich sein. Dabei ist zu beachten, dass der Zwischenfruchtbestand ab der Aussaat mindestens acht Wochen auf der Fläche stehen muss, wobei hier voraussichtlich der letzte Aussaattermin im Betrieb zählt.
 
Interessierte Landwirte sollen sich zum einen mit dem Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, Fachbereich Landwirtschaft, in Verbindung setzten und zum anderen vorsorglich die Aussaat sowie bereits erfolgte Aussaaten auf ihren Flächen mit ÖVF-Zwischenfruchtmischungen in geeigneter Weise dokumentieren (z.B. Fotos mit automatischer Ort- und Datumsangabe).
 
Für weitere Fragen steht Ihnen der Fachbereich Landwirtschaft des Landratsamtes telefonisch unter der Nummer 0761 2187-9580 oder auch auf Anfragen per E-Mail an die Adresse landwirtschaft@lkbh.de zur Verfügung.