Testpflicht in Kitas und der Kindertagespflege ab dem 10. Januar 2022

In Baden-Württemberg gilt ab dem 10. Januar 2022 eine Testpflicht für Kinder in Kitas und der Kindertagespflege.

Die Corona-Pandemie stellt auch die frühkindliche Bildung in Baden-Württemberg vor große Herausforderungen. Mit Blick auf die Omikron-Variante hat sich die Landesregierung darauf verständigt, dass in Kitas und auch in Kindertagespflegestellen künftig vermehrt getestet werden soll. Die neuen Regelungen sehen vor, dass Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres an diesen Angeboten nur dann teilnehmen können, wenn ein negatives Testergebnis auf das Coronavirus vorliegt. Diese Testpflicht bzw. Testnachweispflicht gilt ab dem 10. Januar 2022. Die Testpflicht umfasst drei Schnelltests oder zwei PCR-Tests in der Woche.

Nachweis der Testungen

Die Testungen können entweder in der Einrichtung durchgeführt werden oder den Eltern im häuslichen Bereich überlassen werden. Die Entscheidung, ob die Testung in der Einrichtung erfolgt oder den Eltern die Selbsttests zur Durchführung im häuslichen Bereich überlassen werden, trifft die Einrichtung.
Als Nachweis der Testdurchführung im häuslichen Bereich durch die Eltern dient eine Eigenbescheinigung, die in der Kita vorgezeigt werden kann. In der Kindertagespflege wird die Bescheinigung der Tagespflegeperson gezeigt. Entscheidet sich eine Kita für Pool-Testungen, werden die Eltern entsprechend darüber informiert. Erfolgt die Testung in einem Testzentrum (dies ist eine weitere Möglichkeit für Eltern), dient als Nachweis die Vorlage einer tagesaktuellen Bescheinigung der Teststelle über das Testergebnis.

Werden entsprechende Nachweise nicht vorgelegt, besteht ein Betretungsverbot bis zur Vorlage eines tagesaktuellen Nachweises über eine negative Testung.
 

  

Fragen und Antworten zur Teststrategie für Kinder in Kitas und in Kindertagespflege

In welcher Altersspanne werden die Kinder getestet?

Für den Besuch der Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege wird ab dem 10. Januar 2022 landesweit eine Testpflicht für Kinder ab Vollendung des 1. Lebensjahres eingeführt. Darüber hinaus wird die sogenannte „Wiedereintrittstestung“, die für die Kinder nach dem Auftreten eines Infektionsfalls in der Gruppe erforderlich ist, auf insgesamt fünf Testungen ausgeweitet. Diese Regelung gilt bereits im schulischen Bereich.

Wo wird getestet?

Bei Kindern in Kindertagespflege wird der Test ausschließlich durch die Eltern zu Hause durchgeführt.

Bei Kindern in Kindertageseinrichtungen liegt die Organisation sowie Art und Weise der Durchführung der Testung in der Verantwortung der Träger. Entweder wird der Schnelltest ausgegeben und durch die Eltern zu Hause durchgeführt oder die Einrichtung organisiert die Testungen. Hierüber werden die Eltern frühzeitig informiert.

Welche Bedingungen gelten für die Testpflicht?

Im Einzelnen gelten für die Testpflicht nun folgende Bedingungen:

Die Testpflicht umfasst drei Schnelltests oder zwei PCR-Tests in der Woche. Für ungetestete Kinder gilt in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen ein Zutritts- und Teilnahmeverbot.

Die Testungen können entweder in der Einrichtung durchgeführt, oder den Eltern zur Durchführung im häuslichen Bereich überlassen werden. In diesem Fall bestätigen die Eltern der Einrichtung schriftlich, dass die Testung mit negativem Ergebnis durchgeführt wurde; diese Möglichkeit gilt aber nicht für die Wiedereintrittstestungen, nachdem ein Infektionsfall in der Einrichtung aufgetreten ist.
Muster für die Eigenbescheinigung (36 KB)

Die Entscheidung, ob ein Testangebot in der Einrichtung gemacht wird, trifft die Einrichtung.

Darüber hinaus kann der erforderliche Testnachweis auch durch den von einer „Teststelle“, also von einem Leistungserbringer nach § 6 Absatz 1 der Coronavirus-Testverordnung des Bundes, ausgestellten Bescheinigung erbracht werden.

Der erforderliche Testnachweis kann nur dann durch eine Eigenbescheinigung erbracht werden, sofern nach Entscheidung des Kita-Trägers die Testung nicht in der Organisationshoheit der Kita durchzuführen ist. An Stelle der Testung in der Einrichtung bleibt aber die Möglichkeit erhalten, den von einer Teststelle ausgefüllten Testnachweis vorzulegen.

Gibt es kein Testangebot in der Einrichtung, entscheidet über den Zeitpunkt der Vorlage des Testnachweises die Einrichtungsleitung.

Die zugrundeliegende Testung darf im Falle eines Antigen-Schnelltests maximal 24 Stunden, im Falle eines PCR-Tests maximal 48 Stunden zurückliegen.

Gibt es Ausnahmen von der Testpflicht?

Ausnahmen von dieser Testpflicht gelten für:

  • Kinder, an denen ein COVID-19-Test aufgrund einer Behinderung nicht durchgeführt werden kann, sofern die vorliegende Behinderung und die Undurchführbarkeit durch eine ärztliche Bescheinigung glaubhaft gemacht wird.
  • Vollständig gegen COVID-19 geimpfte oder genesene Kinder, die eine Auffrischungsimpfung erhalten haben.

Wie wird das Ergebnis des Schnelltests nachgewiesen?

Als Nachweis dient im Fall einer Durchführung von Schnelltests im häuslichen Bereich die Vorlage einer Eigenbescheinigung (36 KB) über die Durchführung des Schnelltests und das negative Testergebnis.

Im Fall der Durchführung innerhalb der jeweiligen Einrichtung sind die Testung und das negative Testergebnis angemessen zu dokumentieren. Sofern die Durchführung nicht als Selbsttest erfolgt, dient als Nachweis für einen COVID-19-Schnelltest die Vorlage einer tagesaktuellen Bescheinigung eines Testzentrums oder einer Teststelle über das Ergebnis.

Was für Folgen hat das Testergebnis?

Fällt der Schnelltest negativ aus, braucht nichts weiter unternommen werden. Die AHA-L-Regeln (Abstands- und Hygieneregeln, Maske tragen und Lüften) sollen unverändert eingehalten werden.

Ist der Schnelltest ungültig, wird ein weiterer Test durchgeführt. Bei mehreren ungültigen Testergebnissen sollte ein PCR-Test veranlasst werden.

Fällt der Schnelltest positiv aus, ist folgender Ablauf vorgesehen:​

  • Ihr Kind darf die Kindertageseinrichtung bzw. die Kindertagespflegestelle nicht besuchen.
  • Wurde das Kind in der Kindertageseinrichtung getestet, erhält es einen Mund-Nasen-Schutz, wenn dies vom Kind gut toleriert wird. Die Eltern begeben sich mit dem Kind unverzüglich nach Hause. Öffentliche Verkehrsmittel sollten für die Heimfahrt nicht benutzt werden.
  • Zur Bestätigung des positiven Testergebnisses muss so bald wie möglich ein PCR-Test durchgeführt werden. Um Anspruch auf die kostenlose PCR-Testung zu haben, bringen Sie den Nachweis Ihres positiven Selbst-/Schnelltests mit (bspw. Testbescheinigung der Kita oder Foto des positiven Testergebnisses). Bis zum Erhalt des PCR-Ergebnisses sollen die / der positiv Getestete in Quarantäne bleiben.
  • Es wird empfohlen, dass das betroffene Kind in häuslicher Isolation bzw. Quarantäne bleibt bis das Ergebnis des PCR-Tests vorliegt.
  • Das positive Testergebnis wird umgehend an die Einrichtungsleitung bzw. an die Kindertagespflegestelle gemeldet.
  • Die Einrichtungsleitung der KiTa bzw. die Kindertagespflegestelle meldet das Ergebnis an das im Gesundheitsamt Breisgau-Hochschwarzwald verwendete Meldesystem OctowareTN. Findet die Betreuung in einer Kindertagespflegestelle statt, kann die Übermittlung des Ergebnisses auch durch die Eltern erfolgen.
    Anleitung für das e-Portal (131 KB)

    Die Meldepflicht für die Kindertageseinrichtungen begründet sich durch § 8 Infektionsschutzgesetz, Kindertagespflegepersonen unterliegen dieser Meldepflicht nicht.

Kostet der PCR Test etwas, wenn ein positives Selbsttestergebnis vorliegt?

Beim Vorliegen eines positiven Selbsttestergebnisses ist ein anschließender PCR-Test für das Kind kostenfrei. Das positive Testergebnis oder eine Bestätigung dessen ist zum PCR-Test mitzubringen. Ob weitere Familienangehörige getestet werden müssen, ist von den jeweiligen landesrechtlichen Verordnungen und dem Impfstatus von engen Kontaktpersonen abhängig.

Was mache ich als Kita-Einrichtungsleitung bei einem oder mehreren positiven Schnelltestergebnissen?

Sofern der Träger keine anderen Regelungen getroffen hat:

  • Holen Sie vorab von den Eltern/Personensorgeberechtigten eine Einverständniserklärung für die Datenverarbeitung im Rahmen der Teilnahme am Corona-Schnelltest (201 KB) ein. 
  • Die Einrichtungsleitung der KiTa meldet das Ergebnis an das im Gesundheitsamt Breisgau-Hochschwarzwald verwendete Meldesystem OctowareTN. 
    Anleitung für das e-Portal   (131 KB)
    Die Meldepflicht begründet sich durch § 8 Infektionsschutzgesetz.
  • Stellen Sie den Eltern eine Bescheinigung über das Vorliegen eines positiven SARS-CoV-2 Antigen-Schnelltests (16 KB) aus.
  • Zur Bestätigung des positiven Testergebnisses empfehlen Sie den Eltern so bald wie möglich einen PCR-Test durchführen zu lassen. Damit das Kind Anspruch auf die kostenlose PCR-Testung hat, geben Sie den Eltern ggf. den Nachweis des positiven Selbst-/Schnelltests mit (bspw. Testbescheinigung der Kita oder Foto des positiven Testergebnisses). Bis zum Erhalt des PCR-Ergebnisses sollen die / der positiv Getestete in Quarantäne bleiben.
  • Bitten Sie die Eltern, dass das betroffene Kind in häuslicher Isolation bzw. Quarantäne bleibt bis das Ergebnis des PCR-Tests vorliegt.
  • Das Kontaktpersonenmanagement sowie der Umgang mit SARS-CoV-2 Fällen in Schulen und in der Kindertagesbetreuung ist in der CoronaVo-Absonderung in der gültigen Fassung vom 12.01.2022 geregelt, § 5 Abs. 2:

    "Bei Auftreten einer Infektion mit dem Coronavirus in Kindertageseinrichtungen, Einrichtungen der Kindertagespflege, Schulkindergärten sowie Horten besteht für die in diesen Einrichtungen betreuten Kinder innerhalb der Betreuungsgruppe, in der die Infektion aufgetreten ist, abweichend von § 4 Absatz 1 Satz 1 eine tägliche Testpflicht mittels Schnelltest oder PCR-Test für den Zeitraum von fünf Betreuungstagen. Die Testpflicht gilt nicht für Kinder, soweit diese quarantänebefreite Personen sind."

    Die Testung für den Zeitraum von fünf Betreuungstagen kann sowohl in der Einrichtung als auch bei einer Teststation durchgeführt werden.

    

Durchführung eines Selbsttests bei Kindern

  

Testdurchführung bei Kleinkindern