Fälle des neuartigen Coronavirus in der Region nehmen zu - besondere Situation im Elsass

Bevölkerung sollte Besuche im Elsass unterlassen

Gesundheitsamt und Koordinierungsstab beim Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald arbeitet auf Hochtouren
 
Enger Austausch mit den elsässischen Entscheidungsträgern
 
Baden-württembergisches Sozialministerium empfiehlt Pendlern aus dem Département Haut-Rhin zu Hause zu bleiben

Die Fallzahlen des neuartigen Coronavirus nehmen auf beiden Seiten des Rheins zu. Eine sehr dynamische Lage besteht im Département Haut-Rhin. Dort ist die Zahl bis Sonntag auf 162 gestiegen.

Im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald lagen die aktuellen Zahlen der bestätigten Fälle am Montagmorgen bei acht Fällen in der Stadt Freiburg und zehn Fällen im Landkreis. Rund 160 Kontaktpersonen konnten ermittelt werden.
 
Nach wie vor unternimmt das Gesundheitsamt alle Anstrengungen, die Weiterverbreitung des Virus zu minimieren. Die aktuelle Strategie ist es, einzelne Infektionen so früh wie möglich zu erkennen und die weitere Ausbreitung des Virus durch die Nachverfolgung der Infektionsketten so weit wie möglich zu verzögern. Dabei handelt es in enger Abstimmung mit den Landesbehörden und den Einrichtungen der Gesundheitsversorgung wie zum Beispiel den Kliniken und der niedergelassenen Ärzteschaft.
 
Die Verwaltungsführung des Landratsamtes Breisgau-Hochschwarzwald hat seine engen Kontakte zu den Entscheidungsträgern auf der anderen Rheinseite in den letzten Tagen noch intensiviert. So gab es am Wochenende Telefonate mit der zuständigen Präfektur des Oberelsasses. Demnach hat sich die dortige Lage dramatisch verschärft. Von zehn bekannten Fällen am vergangenen Mittwoch stieg die Zahl bis Freitag bereits auf 81, am Samstag auf 120 und am Sonntag auf 162. Es ist davon auszugehen, dass das Virus in der Region zirkuliert. Auf französischer Seite erfolgt keine Ermittlung der Kontaktpersonen mehr.
 
Inzwischen hat das baden-württembergische Sozialministerium das Departement Haut-Rhin analog den Risikogebieten nach den einschlägigen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zu behandeln. Alle, die aus dem Département Haut-Rhin nach Deutschland pendeln, sollen nach Möglichkeit zunächst 14 Tage zu Hause bleiben.
 

Vor diesem Hintergrund rät das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald zu folgenden Verhaltensweisen:​

  • In Richtung Elsass sollten alle Besuche, Fahrten und unnötigen Kontakte unterbleiben.
  • Auf der deutschen Seite sollen die Menschen ein bis zwei Meter Abstand halten.
  • In Krankenhäusern und Altenheimen sollten unnötige Besuche unterlassen werden.
  • Behördengänge sollten, wenn sie nicht zwingend notwendig sind, unterbleiben.
  • Reiserückkehrer aus Risikogebieten sollen keine anderen Personen besuchen.
  • Menschen mit Krankheitssymptomen, die auf eine Grippe schließen lassen, sollen unbedingt zuhause bleiben. Hausärzte sollen in einem solchen Fall zunächst telefonisch kontaktiert werden. Eine persönliche Vorstellung im Gesundheitsamt ist nicht vorgesehen.
  • Veranstaltungen mit über tausend Teilnehmern sollten entsprechend der Empfehlung des baden-württembergischen Sozialministeriums abgesagt werden.Aber auch bei kleineren Veranstaltungen, Zusammenkünften und Meetings sollte unbedingt geprüft werden, ob sie tatsächlich notwendig sind. Im Zweifelsfall eher absagen.
  • Insgesamt gelten die einschlägigen Hygieneempfehlungen, die bereits seit Tagen kommuniziert werden.