„Wagen wir’s! Osons!“: Weltfrauentag in Colmar mit deutscher Beteiligung

Landrätin und Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald bei grenzüberschreitender Konferenz


























"Privatleben und Beruf unter einen Hut bringen – aber wie? / Vie professionnelle, vie personelle: quel équilibre?“ so der Titel der Konferenz anlässlich des Weltfrauentages am 8. März in Colmar, zu der Landrätin Dorothea Störr-Ritter von der Präsidentin des Conseil Départemental du Haut-Rhin, Brigitte Klinkert, eingeladen war. Begleitet wurde die Landrätin von der Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald, Heike Gutmann. Verschiedene Gesprächsrunden auf dem Podium der gemeinsam vom Conseil Départemental du Haut-Rhin und dem Landkreises Breisgau Hochschwarzwald organisierten Konferenz beleuchteten die Thematik aus den verschiedensten Blickwinkeln. Zudem präsentierte eine Schulklasse des Collège Molière in bilingualer Gruppenarbeit einen Kurzfilm zu Geschlechterrollen im Alltag.

Den Einstieg machten die Präsidentin des Conseil départemental du Haut-Rhin Brigitte Klinkert und Landrätin Störr-Ritter. Danach schilderten Frauen in vier unterschiedlich fokussierten Gesprächsrunden ihre Erfahrungen mit der Vereinbarkeit von Berufs-, Privat- und Familienleben. Es zeigte sich, dass nach Einführung verschiedener familienfreundlicher Maßnahmen, wie zum Beispiel flexible Arbeitszeitmodelle und Telearbeit, Verbesserungen eingetreten sind. Nichts desto trotz schultern Frauen als „Familienmanagerinnen“ immer noch die Hauptlast der Kindererziehung und Pflegetätigkeit.
 
Einig waren sich die Teilnehmerinnen beiderseits des Rheins, dass Frauen noch stärker in politischen Gremien vertreten sein sollten, um die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der heutigen Zeit anzupassen. Landrätin Störr-Ritter verwies darauf, dass der Landkreis im Hinblick auf die Kommunal- und Europawahl Ende Mai ein Angebot macht, zur Schulung des persönlichen Auftretens und der Kommunikation, mit dem Ziel, Frauen die politische Teilhabe zu erleichtern.
 
Auch das Für und Wider der Einführung einer Frauenquote, insbesondere bei Führungspositionen, wurde diskutiert. Es stellte sich heraus, dass Frauen beruflich weitaus schlechter vernetzt sind und sich dementsprechend weniger Hilfestellungen geben können. Französische Netzwerke wie "Mampreneurs" und "Or du Commun" versuchen bereits, dem entgegenzuwirken, und eine "sororité", eine "Schwesterlichkeit" unter Unternehmerinnen zu fördern.
 
Veranstaltungen wie diese zeigten deutlich auf, dass sich bereits vieles bewege und der Austausch von Best Practice Beispielen sehr hilfreich sei, resümierte Emmanuelle Guénot, die Sous-Préféte von Altkirch. Gleichwohl seien aber immer noch viele Anstrengungen notwendig, um Gleichberechtigung im Arbeits- und Privatleben zu erreichen. Hilfreich sei es hierbei, keine Angst vor Misserfolgen zu haben. Moderatorin Annette Gerlach beendete die Konferenz mit dem Aufruf „Wagen wir’s! Osons!“ zu mehr Mut von Frauen, für ihre Bedürfnisse und Ideen einzustehen.
 

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