Glasfaser-Netz in Breitnau - noch anstehende Anschlussaktivierung nach der Inbetriebnahme

Breitnaus weit verstreute Liegenschaften auf 40 Quadratkilometer Fläche sind aus Perspektive des Netzbaus auch aufgrund der topologischen und topografischen Gegebenheiten eine respektable Herausforderung.


Noch vor weniger als einem Jahr war Breitnau ein nahezu vollständig weißer Fleck auf der Glasfaserlandkarte. Mit dem zukunftsfähigen kommunalen Glasfaser-Netz gehört eine breitbandig flächendeckende Unterversorgung der Vergangenheit an. Die meisten Anschlüsse sind aktiv. Bevor alle an das Netz angebundenen Breitnauer über Glasfaser ins Internet gehen können, stehen nach der erfolgten Inbetriebnahme im Mai 2025 noch einige Anschlüsse zur Aktivierung durch den Betreiber an.

Nach Übergabe des ersten Teilnetzes an Vodafone im August 2024 und des zweiten Anfang 2025 ist die offizielle Inbetriebnahme in Breitnau im Mai 2025 erfolgt. Der Bau wurde über den Zweckverband Breitband Breisgau-Hochschwarzwald durchgeführt. Der dritte Netzabschnitt im Norden von Breitnau erhält Anbindung an das noch im Bau befindliche Ortsnetz in St. Märgen. Besitzer des Netzes ist der Zweckverband, der das Ortsnetz für die Gemeinde Breitnau und das Backbone für den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hergestellt hat. Den Netzbetrieb leistet Vodafone. Rund 85 Prozent der hergestellten Anschlüsse mit Vertrag sind laut Vodafone zwischenzeitlich durch den Netzbetreiber aktiviert. Vodafone ist auf dem Netz zugleich Anbieter von Kundenprodukten.

85 % der in Breitnau hergestellten Anschlüsse sind aktiviert
Für einige Adressen steht die Aktivierung noch bevor – das hat zum Teil technische Gründe, teilweise liegt dies in bestehenden und noch laufenden Altverträgen der Anschlussnehmer begründet. Letzteres ist alleinige Angelegenheit zwischen Anschlussnehmer und Anbieter.
Rund 50 % der Glasfaser-Anschlüsse in Breitnau mit Vertrag waren nach Vodafone-Angaben zur Netzinbetriebnahme im Mai 2025 aktiv, weitere rund 35 % konnten von Vodafone im Laufe des restlichen Jahres angeschaltet werden.
An den Voraussetzungen zur Aktivierung der noch ausstehenden Anschlüsse mit technischem Klärungsbedarf wird intensiv gearbeitet. Der Zweckverband steht hier im Austausch mit dem Betreiber Vodafone. Hier liegen unterschiedliche Konstellationen vor. Ein konkreter Zeitpunkt für einzelne Anschlüsse kann derzeit nicht gegeben werden.

Einzelne Anschlüsse in Breitnau warten auf Fertigstellung des Netzes in St. Märgen
Im Norden Breitnaus in der Thurner-Umgebung läuft noch die Netzerrichtung. Der hier auf der Gemarkung Breitnau verlegte Trassenabschnitt wurde aus bautechnischen Gründen zur Anbindung an das Netz des Zweckverbands Breitband in St. Märgen geplant. Die Fertigstellung des Netzes ist im Laufe des Jahres 2026 absehbar. Nach der Überlassung an den Betreiber werden dann auch diese Anschlüsse von Vodafone aktiviert.

Freiwilliger kommunaler Ausbau hat die Breitband-Versorgung der Einwohner Breitnaus langfristig sichergestellt
Breitbandausbau und Breitbandversorgung ist in Deutschland der Privatwirtschaft überantwortet. Es stellt damit keine kommunale Daseinsvorsorge dar. Auf Bürger- und Gemeindeseite besteht keinerlei Anspruch auf einen eigenwirtschaftlichen Ausbau. Der Markt entscheidet allein. Nur in Gebieten, in denen der Markt eigenwirtschaftlichen Ausbau unterlässt und nur bei Erfüllung der Bedingungen von EU, Bund und Land darf freiwilliger kommunaler bzw. geförderter Breitbandausbau (mit Glasfaser) durchgeführt werden, um das Marktversagen zu kompensieren.
Auf dieser Basis hat der Zweckverband Breitband Breisgau-Hochschwarzwald in Breitnau mit Zuwendung aus dem Bundes- und den Landesprogrammen beim Ausbau der weißen Flecken grundlegende Glasfaser-Infrastruktur gebaut, mit der die vorherige anhaltende Unterversorgung der Gemeinde grundsätzlich behoben und eine Breitband-Versorgung der Einwohner Breitnaus langfristig sichergestellt wird.
Es handelt sich um eine freiwillige Leistung, die der Zweckverband in Breitnau mit der Gemeinde als Verbandsmitglied erbringt. Ohne staatliche Fördermittel und Zuwendung aus dem Landesprogramm wäre ein kommunaler Ausbau finanziell überhaupt nicht zu stemmen, der kommunale Eigenanteil bleibt jedoch vorhanden. Nur durch einen Zusammenschluss vieler Gemeinden zu einem Zweckverband, ist ein Ausbau wie der in Breitnau überhaupt möglich geworden. Und es ist alles andere als ein Selbstläufer.

Breitnau aus Netzperspektive herausfordernd bei Bau und initialem Betrieb
Zur Erstellung des Glasfasernetzes durch den Zweckverband Breitband Breisgau-Hochschwarzwald mussten in Breitnau rund 80 km Trassen (Ortsnetz und Backbone), geplant, beantragt und gebaut werden, um die in der Flächengemeinde weit verstreuten Liegenschaften an ein geschlossenes Netz anbinden zu können. Die Netzplanung auf Duct, Subduct- und Faserebene beinhaltet Backbone, Ortsnetz mit Verteilnetz und Hausanschlussbereich.
Dass sich Breitnau mit seiner verhältnismäßig geringen Einwohnerzahl auf rund 40 km² Fläche ausbreitet, war und ist aus Perspektive des Netzbaus auch aufgrund der topologischen und topografischen Gegebenheiten eine respektable Herausforderung, die durch die im Hochschwarzwald klimatisch vorliegenden Rahmenbedingungen noch erschwert wird. Die vorliegenden Gegebenheiten hatten und haben natürlicherweise erheblichen Einfluss auf den Ausbau und den initialen Betrieb.

Herausfordernd war der Ausbau insgesamt: „Der Markt regelt“ – galt in Breitnau bei der grundlegenden Infrastruktur eben nicht. Trotz der Attraktivität der Gemeinde war der Ausbau für den Markt uninteressant. Doch obwohl zum Teil eine tief verankerte Erwartungshaltung an eine kommunale Zuständigkeit besteht und trotz der fehlenden Aktivität des Marktes, ist kommunaler Breitbandausbau – auch wenn er von der Gemeinde selbst als unbedingt notwendig erachtet wird – alles andere als eine Selbstverständlichkeit oder ein Selbstläufer. Von Seiten der Gemeinde wird dabei viel für eine Zukunft investiert und leistbar ist das nur über eine Solidargemeinschaft wie den Zweckverband.
Komplexe Förderregularien von Bund und Land, zeitintensive, bürokratische Genehmigungsverfahren, anspruchsvolle Ausschreibungsverfahren, aufwändige Planungen und Dokumentation, notwendige technische Anforderungen, nicht planbare Witterungsverhältnisse und andere unvorhersehbare Entwicklungen wie z.B. Widerstände von Grundstückseigentümern und notwendige Trassenumplanungen gehören zu den Faktoren, die den Breitbandausbau intensiv beeinflussen und die Bauzeit und den endgültigen Betrieb bestimmen.

Nach marktbedingter Unterversorgung sind dank des Engagements des heutigen und vorigen Bürgermeisters sowie der Gemeinde und insbesondere auch der Beharrlichkeit des Zweckverbands, bereits vier Fünftel der Breitnauer im zukunftsfähigen Netz unterwegs. Damit konnte trotz einschränkender Bedingungen wie z. B. der Corona-Pandemie in vergleichsweise kurzer Zeit aufgeholt werden, was der Markt über Jahrzehnte versäumt hat. Das ist – wenn auch noch einige Aktivierungen anstehen – eine bemerkenswerte Leistung, die einen dauerhaften Beitrag für den Erhalt der Region leisten kann und soll.
   

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(Erstellt am 24. Januar 2026)