Auf dem Weg zur sorgenden Gemeinschaft

Wie möchten wir im Alter in unserer Gemeinde leben? Diese Frage wird immer wichtiger – und die Antworten entstehen direkt vor Ort. Dort, wo Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Kommune und Dienste zusammenarbeiten, können konkrete Angebote entstehen: Begegnung, Unterstützung im Alltag und neue Formen des Miteinanders.

Vieles ist bereits da – jetzt geht es darum, Ideen aufzugreifen, Angebote weiterzuentwickeln und gemeinsam aktiv zu werden. Unsere Bausteine zeigen praxisnah, wie das gelingen kann.
    

Bausteine und Handlungsempfehlungen

Sensibilisierung der Kommune und der Zivilgesellschaft

  • Der Baustein "Sensibilisierung" folgt!

Aufbau einer Steuerungsgruppe

Die Steuerungsgruppe ist das zentrale Element zu Beginn eines kommunalen Entwicklungsprozesses hin zu einer Sorgenden Gemeinschaft. Hier kommen Verwaltung, Gemeinderat, Zivilgesellschaft und weitere wichtige Akteure an einen Tisch, um Verantwortung zu teilen und die nächsten Schritte gemeinsam zu planen. Sie sorgt für Verbindlichkeit, Transparenz und eine gute Verankerung im Ort. Wie eine Steuerungsgruppe aufgebaut und erfolgreich begleitet werden kann, zeigt das folgende Dokument.

  • Der Baustein "Steuerungsgruppe" folgt!

Bedarfserhebung / Aktivierende Bürgerbefragung

Eine Bürgerbefragung hilft nicht nur dabei, Bedarfe und Wünsche im Ort sichtbar zu machen, sondern sensibilisiert für das Thema „Gut leben und alt werden im Dorf“ und schafft Aufmerksamkeit. Gleichzeitig eröffnet sie erste Beteiligungsmöglichkeiten und macht das Projekt im Ort bekannt. In vielen Kommunen war die Befragung der erste Schritt, um Menschen zu aktivieren. Die Kombination aus Online-Befragung und persönlicher Verteilung vor Ort ist zentral.

Bürgerbeteiligung durch Veranstaltungen

(Auftaktveranstaltung nach einer aktivierenden Bürgerbefraguung, Netzwerktreffen vor Ort)

Die Bürgerbeteiligung vor Ort in Form einer Auftaktveranstaltung weckt das Interesse für die Entwicklung der „Sorgenden Gemeinschaft“ und kann Lust auf eigenes Engagement machen. Zugleich bietet sie durch interaktive Elemente die Möglichkeit zur Mitgestaltung. Hier können die Ergebnisse einer ggf. vorausgegangenen Bürgerbefragung vorgestellt und diskutiert werden oder man knüpft an vorangegangene Prozesse zum Thema „Gut älter werden“ an. Gleichzeitig können sich Bürgerinnen und Bürger direkt in thematische Arbeitsgruppen einbringen. Die Auftaktveranstaltung verbindet Information, Austausch und Mitgestaltung.
So wird aus der Bedarfserhebung konkrete Beteiligung und gemeinsames Engagement im und für den Ort. Wichtig ist, die nächsten Schritte, etwa Termine für Treffen der Arbeitsgruppen oder Ansprechpersonen, direkt anzukündigen, so dass die Möglichkeiten zum Anknüpfen für alle sichtbar werden – damit sinkt die Hemmschwelle zum Einstieg in die Weiterarbeit.

  • Der Baustein "Bürgerbeteiligung" folgt!

Angebote und Initiativen im Ort sichtbar machen

  • Der Baustein "Sichtbarmachung" folgt!

Qualifzierungsangebot: Häusliche Begleitung im Alltag

Die Qualifizierung „Begleitung im Alltag“ bringt pflegende Angehörige, Interessierte und zukünftige Nachbarschaftshelfer zusammen. Neben fachlichem Wissen entsteht Raum für Austausch, persönliche Begegnung und gemeinsames Lernen. Der kostenfreie Kurs ist ein wirksamer Einstieg, um neue Engagierte zu gewinnen und konkrete Unterstützungsangebote im Ort aufzubauen oder bestehende zu unterstützen.

  • Der Baustein "Qualifizierung" folgt!

Projekte und Fördermöglichkeiten (UstA-VO)

Viele gute Ideen entstehen direkt vor Ort: ein Begegnungsangebot, Unterstützung im Alltag oder neue Formen des Miteinanders. Damit daraus ein tragfähiges Angebot wird, braucht es neben Engagement auch eine klare Struktur – und oft die passende Finanzierung. In diesem Ordner finden Sie Bausteine, die beide Seiten zusammenbringen:
Wie setze ich ein Projekt konkret um? Und wie kann ich es finanzieren und langfristig sichern?
Die Bausteine geben praxisnahe Orientierung, zeigen konkrete Wege auf und unterstützen Sie dabei, aus einer Idee ein nachhaltiges Angebot für Ihre Gemeinde zu entwickeln.

   

Betreuungsgruppe

(Angebot zur Unterstützung im Alltag nach § 45c Abs. 1 Nr. 1 SGB XI i. V. m. § 6 Abs. 1 UstA-VO)

Eine Betreuungsgruppe kann für Menschen mit Unterstützungsbedarf und ihre Angehörigen eine spürbare Entlastung im Alltag schaffen. Doch wie entsteht ein solches Angebot vor Ort – und wie kann es langfristig getragen werden?

Dieser Baustein zeigt, wie eine Betreuungsgruppe Schritt für Schritt aufgebaut, organisiert und im Alltag umgesetzt werden kann. Gleichzeitig erhalten Sie einen Überblick über passende Fördermöglichkeiten und erfahren, wie eine tragfähige Finanzierung gesichert werden kann.

Häuslicher Betreuungsdienst

(Angebot zur Unterstützung im Alltag nach § 45c Abs. 1 Nr. 1 SGB XI i. V. m. § 6 UstA-VO)

Die Betreuung im eigenen Zuhause ermöglicht vielen Menschen ein selbstbestimmtes Leben im vertrauten Umfeld. Damit dieses Angebot zuverlässig funktioniert, braucht es eine gute Organisation – und eine stabile finanzielle Grundlage.

In diesem Baustein erfahren Sie, wie ein häuslicher Betreuungsdienst geplant, aufgebaut und koordiniert wird. Ergänzend wird aufgezeigt, welche Fördermöglichkeiten bestehen und wie die Finanzierung nachhaltig gestaltet werden kann.

Seniorennetzwerk

(Initiative des Ehrenamts nach § 45c Abs. 1 Nr. 2 SGB XI i. V. m. § 7 UstA-VO)

Seniorennetzwerke bringen Menschen, Ideen und bestehende Angebote zusammen und stärken so das Miteinander im Quartier. Damit sie dauerhaft wirken können, braucht es sowohl Engagement als auch verlässliche Strukturen.

Dieser Baustein zeigt, wie ein Seniorennetzwerk aufgebaut, weiterentwickelt und im Sozialraum verankert werden kann. Gleichzeitig erhalten Sie einen Überblick über Fördermöglichkeiten und Finanzierungsmöglichkeiten für Koordination und Netzwerkarbeit.

Initiativen des Ehrenamts

(Angebot nach § 45c Abs. 1 Nr. 2 SGB XI, § 7 UstA-VO)

Viele Projekte beginnen mit einer Idee aus der Bürgerschaft: Unterstützung im Alltag, Begegnung oder neue Angebote im Quartier. Damit daraus ein dauerhaftes Angebot wird, braucht es neben Engagement auch eine gute Struktur und passende Förderung.

Dieser Baustein unterstützt Sie dabei, ehrenamtliche Initiativen vor Ort zu entwickeln und umzusetzen. Gleichzeitig erfahren Sie, welche Fördermöglichkeiten genutzt werden können, um die Initiative langfristig zu sichern.

Pflegebegleiter-Initiative

(Initiative der Selbsthilfe nach § 45d SGB XI, § 8 UstA-VO)

Pflegende Angehörige benötigen Unterstützung, Orientierung und Entlastung im Alltag. Pflegebegleiter-Initiativen setzen genau hier an und schaffen wohnortnahe Begleitangebote.

Dieser Baustein zeigt, wie eine Pflegebegleiter-Initiative aufgebaut und organisiert werden kann. Ergänzend erhalten Sie einen Überblick über Fördermöglichkeiten und Wege, die Initiative finanziell und strukturell abzusichern.

Maßnahmen der Selbsthilfe

(Angebote nach § 45d, § 8 UstA-VO)

Selbsthilfeangebote ermöglichen Austausch, gegenseitige Unterstützung und neue Perspektiven im Alltag. Sie sind oft niedrigschwellig und orientieren sich direkt am Bedarf vor Ort.

In diesem Baustein erfahren Sie, wie Maßnahmen der Selbsthilfe entwickelt und umgesetzt werden können. Gleichzeitig werden passende Fördermöglichkeiten aufgezeigt, die den Aufbau und die Verstetigung unterstützen.

Aufbau eines Bürgervereins als Trägerstruktur

Im Prozess der Entwicklung einer Sorgenden Gemeinschaft entstehen neben bestehenden Gruppen häufig neue Initiativen und Formen bürgerschaftlichen Engagements. Damit diese Aktivitäten langfristig getragen und weiterentwickelt werden können, braucht es eine verlässliche organisatorische Struktur. Ein Bürgerverein kann hierfür ein gemeinsames Dach bieten: er führt bestehende und neue Initiativen zusammen, bündelt Verantwortung und schafft Verbindlichkeit. Er wird so zum Kristallisationspunkt für Engagement. In vielen Kommunen steht der Aufbau eines Bürgervereins nicht am Anfang des Prozesses. Häufig erfolgt die Vereinsgründung nach dem Aufbau erster Angebote oder parallel dazu.

Mustersatzungen

Aufbau einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft

Ambulant betreute Wohngemeinschaften verbinden professionelle Pflege, Angehörigenengagement und bürgerschaftliche Unterstützung. Sie bieten eine alternative Wohn- und Versorgungsform zwischen dem eigenen Zuhause und stationären Pflegeeinrichtungen. In vielen Kommunen entstehen solche Projekte im Rahmen von Beteiligungsprozessen rund um die Frage: Wie möchten wir im Alter in unserem Ort leben?

Der Aufbau einer Wohngemeinschaft ist ein längerer Entwicklungsprozess, der von verschiedenen Partnern getragen wird – etwa von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, Angehörigen, Kommunen und Dienstleistern. Das Prinzip der geteilten Verantwortung ermöglicht stabile und nachhaltige Strukturen.

  • Der Baustein "Wohngemeinschaften" folgt!
  • Die Fördermöglichkeiten folgen!