Daten und Zahlen zum Landkreis-Wald

Waldfläche: 67.000 Hektar

Mit knapp 67.000 Hektar Waldfläche ist der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald einer der waldreichsten in Baden-Württemberg. 48 Prozent seiner Fläche sind von Wäldern bedeckt, mit großen Unterschieden zwischen der waldarmen Rheinebene und dem dicht bewaldeten Hochschwarzwald.

Wem gehört der Wald?

78 Prozent der Waldflächen im Landkreis sind im Besitz von Privatleuten oder Körperschaften (darunter 50 Gemeinden). Diese werden von uns - der Kreisforstverwaltung – betreut. Die Privat- und Körperschaftswälder nehmen jeweils circa 39 Prozent der Waldfläche im Landkreis ein und sind somit fast gleich groß.
Die größten Privatwaldgebiete liegen nördlich der Dreisam und Gutach im sogenannten Höfegebiet und hier vor allem im Hochschwarzwald, dem nördlichen Dreisamtal und dem Glottertal. Im Hochschwarzwald ist der bäuerliche Waldbesitz eine wesentliche Existenzgrundlage vieler Schwarzwaldhöfe.
Der Staatswald mit rund 22 Prozent Flächenanteil ist seit Januar 2020 in die eigenständige Anstalt öffentlichen Rechts Forst Baden-Württemberg (ForstBW) ausgegliedert. ForstBW bewirtschaftet die Wälder, die dem Land Baden-Württemberg gehören.
    

Verteilung der Baumarten

Die Fichte ist mit 42 Prozent die häufigste Baumart, gefolgt von der Buche mit 17 Prozent und der Tanne mit 11 Prozent. Bergahorn, Douglasie und Eiche haben Anteile zwischen 5 und 10 Prozent. Der Fichtenanteil hat seit 1987 von 51 Prozent auf 42 Prozent abgenommen. Die Entwicklung der Zahlen der Baumartenanteile über die letzten 40 Jahre zeigen den klaren Trend zu mehr Laubholz und zu einer höheren Baumartenvielfalt in allen Waldbesitzarten.
  

Vielfältiger Lebensraum

Vielfalt

Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald weist eine in ganz Deutschland einmalige Vielfalt an Standorten und Waldgesellschaften auf: vom Rheinauewald im Tiefland über submediterrane Eichenwälder am Kaiserstuhl bis zum subalpinen Fichtenwald, der am Feldberg und Belchen bis zur Baumgrenze reicht. Die wichtigsten Waldgesellschaften sind ausgedehnte Buchen-Tannen-Mischwälder am Westabfall des Schwarzwalds sowie Fichten-Tannenmischwälder im Hochschwarzwald.
    

Wertvoller Lebensraum

Nach den Ergebnissen der Bundeswaldinventur 2022 (BWI 4) nimmt der Wald im Landkreis bei den ökologischen Messwerten eine Spitzenstellung ein. So sind rund zwei Drittel der Wälder im Landkreis als naturnah oder sehr naturnah eingestuft. (Im Vergleich: Bundes- und Landeswald liegen bei rund 50 Prozent). Auf einem Drittel der Fläche sind unsere Wälder über 100 Jahre alt. Der Totholzvorrat beträgt aktuell knapp 47 Festmeter (Ein Festmeter entspricht einem Kubikmeter Holz) je Hektar und liegt auch damit deutlich über den Vergleichszahlen von Bund und Land. Auch die Anzahl der Biotopbäume, die auf einem Hektar zu finden sind, hat im Gesamtwald des Landkreises von durchschnittlich 1,17 im Jahr 2012 auf 9,43 deutlich zugenommen.
   

Klimaangepasster Waldumbau

Obgleich unsere Wälder im Landkreis vergleichsweise vital sind, leiden auch sie unter den Klimaveränderungen. In der Rheinebene kämpfen viele Baumarten mit der teils extremen Trockenheit und im Hochschwarzwald sterben viele Fichten durch Borkenkäferbefall ab. Damit unsere Wälder nicht flächenweise absterben, möchten wir sie Schritt für Schritt an die veränderten Klimabedingungen anpassen. Da sich das Alter im Wald nicht in Jahren, sondern Jahrzehnten und Jahrhunderten bemisst, wird auch der Umbau hin zu mehr Baumartenmischung und besser mit Wärme und Trockenheit zurechtkommenden Baumarten noch viele Jahrzehnte andauern. Gleichzeitig müssen wir die jüngeren Waldbestände durch zielgerichtete Pflege besser an Dürreperioden anpassen (Adaptation). Vor allem brauchen die Bäume schon in jungen Wachstumsphasen mehr Platz, damit sie eine große Wurzel ausbilden und mehr in die Breite wachsen können. Dadurch werden sie vitaler und stabiler. Gleichzeitig gelangt durch größere Lücken im Kronendach mehr Regenwasser auf den Boden, statt schon in der Baumkrone zu verdunsten. Wenn weniger Bäume auf der Fläche stehen, gibt es zudem weniger Konkurrenz um das begrenzte Wasser im Boden.
Weitere Infos zu „Wald im Klimawandel“ finden Sie unter www.lkbh.de/klimawald

Holz – Nutzung und Funktion

Holzvorrat
Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt gibt es im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald - trotz der vielen Waldschäden der letzten Jahre - sehr hohe Holzvorräte. Das ist insofern positiv, dass vorerst kein Holzmangel zu erwarten ist. Andererseits sind die hohen Vorräte vor allem auf die alten, labilen Fichtenbestände im Hochschwarzwald zurückzuführen. Diese müssen möglichst bald geerntet und das Holz in eine langfristige Nutzung überführt werden, bevor die Bäume durch Schadereignisse absterben. Daher setzen wir im Landkreis auf einen kontrollierten, „proaktiven“ Umbau hin zu klimastabilen, vielfältigen Wäldern, damit unsere Wälder auch zukünftig als Lebensraum, Erholungsraum, Kohlenstoffspeicher und Holzlieferant dienen. Hier müssen wir schneller als bisher vorankommen, damit uns der Klimawandel nicht einholt.
Je Hektar Waldfläche beträgt unser Holzvorrat im Landkreis 415 Festmeter (ein Festmeter entspricht einem Kubikmeter Holz). Damit ist der Hektarvorrat seit 2012 trotz der erheblichen Schäden durch Borkenkäfer und Stürme konstant geblieben und liegt über dem Durchschnitt von Bundes- und Landeswald.

Zuwachs und Nutzung
Der Zuwachs beschreibt die Holzmenge, die pro Jahr an einem Baum durch einen weiteren Jahrring dazu wächst. Dieser Wert liegt aktuell bei 10,65 Festmeter pro Jahr und Hektar Wald. Verglichen mit früheren Messwerten, hat der Zuwachs zuletzt um rund 20 Prozent abgenommen. Das hat verschiedene Ursachen: Einerseits sind die Wälder im Landkreis relativ alt und ältere Bäume wachsen zunehmend langsamer. Dazu kamen die Dürrejahre 2018 bis 2022, die das Wachstum eingeschränkt haben. Da Laubbäume langsamer wachsen und wir zunehmend mehr Laubbäume in unseren Wäldern haben, kann der geringere Zuwachs auch darauf zurückgeführt werden.
Im Durchschnitt wurden von 2012 bis 2022 pro Jahr knapp eine Halbemillion (491.840) Festmeter Holz genutzt, das sind 11,38 Festmeter je Jahr und Hektar. Damit lag die Nutzung - einschließlich der natürlich abgestorbenen Bäume - mit 6 Prozent leicht über dem Zuwachs.

Kohlenstoffspeicher Holz
Jeder Hektar Wald im Landkreis speichert 221 Tonnen Biomasse, das entspricht 420 Tonnen CO2. Hierzu kommt der jährliche Holzzuwachs. Den größten Biomassenzuwachs und damit höchste CO2- Speicherleistung hatte die Baumartengruppe „sonstiges Nadelholz“ mit 6,78 Tonnen je Jahr und Hektar, die im Landkreis durch die Douglasie dominiert wird. Danach folgt die Buche mit 6,14 Tonnen, die Tanne mit 5,56 und die Fichte mit 5,39 Tonnen. Über alle Baumarten lag der Biomassezuwachs bei 5,31, Tonnen, oder anders ausgedrückt, hat jeder Hektar Wald der Atmosphäre 10,1 Tonnen CO2 entzogen. Daher ist unser Wald eine Kohlenstoffsenke!
Das Holz aus unserem Landkreis wird zu fast siebzig Prozent für Produkte verwendet, in denen der Kohlenstoff langfristig gespeichert wird. Damit trägt der Wald und die Holznutzung zu einer Kohlenstoffspeicherung bei. Unser Wald ist daher ein Klimaschützer!
 

   

Blick auf den Feldsee und die umliegenden Wälder.