Breibandausbau weißer Flecken in Friedenweiler: Nach dem Ende des Tiefbaus laufen die Glasfaserarbeiten
Auch wenn an einzelnen Stellen am neu entstehenden Glasfasernetz in Friedenweiler derzeit intensiv daran gearbeitet wird, plötzliche Hürden zu überwinden: bereits nach rund eineinhalb Jahre Bauzeit sind die Tiefbauarbeiten in Friedenweiler weitgehend abgeschlossen. Die Glasfaserarbeiten laufen und nach derzeitigem Stand kann das Netz im Laufe des Jahres an den Betreiber übergeben werden.
Der Ausbau in Friedenweiler ging über weite Strecken außergewöhnlich zügig voran. Bei den Tiefbauarbeiten auftretende Herausforderungen, zum Beispiel durch notwendig gewordene Trassenänderungen und weitere Anschlussobjekte, konnten durch die flexibel agierenden planenden und bauausführenden Unternehmen bisher ohne Reibung überwunden werden. Bauende zeichnet sich abBis Mitte Januar 2026 waren deshalb die Vorzeichen auf einen frühzeitigen Bauabschluss bis zum Beginn des 2. Quartals diesen Jahres günstig. Das wäre eine Bauzeit von weniger als zwei Jahren gewesen. Nun, auf den „letzten Metern“ kurz vor der Fertigstellung treten zuvor unvorhersehbare jedoch überwindbare bauliche Hürden auf, die das voraussichtliche Bauende zum Ende des 2., Anfang des 3. Quartals 2026 versetzen.Die Tiefbauarbeiten in den Ortsteilen Kleineisenbach, Rötenbach und Friedenweiler sind beinahe komplett abgeschlossen. Herausfordernd ist derzeit noch der Bestand in Friedenweiler, der an vielen Stellen noch überprüft werden muss. Ansonsten ist nur noch an wenigen Stellen Tiefbau erforderlich, der umgesetzt wird, soweit es die Witterung zulässt. Auch die überwiegende Zahl der geplanten Hausanschlüsse ist bereits baulich fertiggestellt.Derzeit laufen in Rötenbach die Glasfaserarbeiten. Dabei werden die Glasfaserkabel in die fertiggestellten Rohrleitungen eingezogen. Jeweils ein Kabel vom Hausanschluss bis zum Unterverteiler und ein weiteres Kabel vom Unterverteiler bis zum zentralen Verteiler. In einem Kabel befinden sich teils mehrere hundert einzelne Fasern aus Glas, die dünner als ein menschliches Haar sind. Vom Hausanschluss über den Verteilerbereich werden die Fasern durch Spleißen verbunden. Im Glasfaserausbau kommen so viel tausend Glasfaserverbindungen zustande. Zentrale Verteiler im Netz sind die Point of Presence (PoP). Die PoP-Gebäude im Glasfasernetz sind das Verbindungselement zwischen Ortsnetz und Backbone. Hier laufen die Glasfaserkabel zusammen und die einzelnen Fasern werden für die Datenleitung ins weltweite Netz verbunden. Rund 40 Prozent der Glasfaser ist in Rötenbach bereits eingeblasen und etwa 25 Prozent der Hausanschlüsse sind fertig konnektiert.
Überlassung an den Betreiber nach Fertigstellung im Laufe des JahresNach dem Ende aller Tiefbau- und Glasfaserarbeiten stehen noch die umfangreiche Dokumentation und anschließend die Abnahme durch den Zweckverband an. Eine Dokumentation dient dem Betreiber dazu, das Netz zu verstehen und bspw. nachvollziehen zu können, welche der vielen tausend im PoP ankommenden Fasern jene ist, die dezidiert eine bestimmte Adresse erreicht. Die Überlassung an den Betreiber Vodafone kann dann nach derzeitigem Stand voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2026 erfolgen. Nach Überlassung benötigt der Betreiber dann noch einige Monate, um das Netz in Betrieb zu nehmen und die Internet-Anschlüsse nach und nach in einem individuellen Anschaltungsprozess zu aktivieren.
Wann kann der Glasfaserhausanschluss genutzt werden?Der Hausanschluss liegt, Glasfaser ist im Haus. Nun kann es doch losgehen … nur, wo bleibt das Licht, was dauert denn da, warum werde ich nicht informiert?Kein Hausanschluss, unabhängig davon, wann er baulich fertiggestellt wurde und in welchem Ortsteil er liegt, kann vor der Inbetriebnahme des Netzes aktiviert werden. Ein Hausanschluss ist nur eines von vielen Elementen beim Glasfaserbau.Wird ein Netz initial aufgebaut, werden Backbone, Verteilnetz und Hausanschlussbereich errichtet. Grundsätzlich gilt für den Glasfaserausbau zudem, dass abschnittsweise gebaut wird und die Abschnitte im Projektverlauf sukzessive durchverbunden werden. Im Tiefbau erfolgt dafür zunächst die Verlegung von Leerrohren, die zu einem durchgängigen Leerrohrnetz verbunden werden. In das Leerrohrnetz erfolgt der Einzug der Glasfaserkabel. Am Ende sind die Fasern vom Hausanschluss bis zum PoP als durchgängige Leitung vorhanden. Sie münden im PoP, wo die Umsetzung der Signale auf das Backbone und darüber zurück auf das Ortsnetz erfolgt. Im Ausbau kann ein Hausanschluss daher schon relativ früh bestehen, während das weitere notwendige Netz sich noch längere Zeit danach in der Errichtung befindet.
Alle Bestandteile im Netz müssen dokumentiert werden. Nur mit der Dokumentation ist für den Betreiber nachvollziehbar, welche Verbindung im Point of Presence über welche Fasern bis zum Hausanschluss läuft. Mit der fertigen Dokumentation wird auch das Netz an den Betreiber überlassen. Durch den Betreiber kann das Netz mit den für den Ausbau im weißen Fleck geförderten Hausanschlüssen dann in Betrieb genommen werden. Wenn es so weit ist, nimmt der Betreiber für den individuellen Schalttermin mit den Kunden eigenständig Kontakt auf, die bereits einen Tarif abgeschlossen haben.
