Ausbau weißer Flecken in Breisach: 70 % der Tiefbauarbeiten und 25 % der Hausanschlüsse sind fertiggestellt
Mit insgesamt mehr als 57.000 Metern zu erstellender Trasse und mehr als 20 Millionen Euro Investitionssumme gehört der Ausbau der weißen Flecken in Breisach zu den vergleichsweise umfangreichen Projekten im Glasfaserausbau des Zweckverbands Breitband Breisgau-Hochschwarzwald im Verbandsgebiet.
Die großen zu überbrückenden Entfernungen im Trassenbau sind nicht der einzige Faktor, der zum zeitlichen Aufwand beim Ausbau in Breisach beiträgt: Mit Grenzlage zu Frankreich weist das Gemeindegebiet noch Verdachtsflächen für Kampfmittel aus Zeiten des Zweiten Weltkriegs auf, weshalb die Baumaßnahmen in vielen Teilen durch einen Feuerwerker begleitet werden müssen. Bei den derzeit laufenden Arbeiten im Bauabschnitt BA8 (Kernstadt) bestehen nur wenige, mit einigen Bildungseinrichtungen jedoch wichtige förderfähige sozioökonomische Schwerpunkte als weiße Flecken. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten sehen sich die Tiefbauer in dem Bauabschnitt vor besondere Herausforderungen gestellt. Entsprechend zeitintensiv gestalten sich die Arbeiten.
Drei Bauabschnitte sind fertig, in allen anderen laufen Arbeiten
Mehr als 70 % der Tiefbauarbeiten für die Trassen in Breisach konnten bisher abgeschlossen werden. Tiefbautechnisch komplett fertig sind bereits die Bauabschnitte BA1, BA2 und BA3. In den anderen Bauabschnitten liegt die prozentuale Fertigstellung zwischen 12 % (BA10, nördlich der Kernstadt) und 89 % (BA5, Gündlingen).
Von den im Ausbau in Breisach insgesamt geplanten Hausanschlüssen sind zudem bisher rund 40 % tiefbautechnisch fertiggestellt, bei rund einem Viertel sind zudem die darauffolgenden Glasfaserarbeiten abgeschlossen. Nach Netzfertigstellung, also der Herstellung der Backboneanbindung, Abschluss des Verteilerbereichs, Herstellung der durchgängigen Glasfaserverbindung vom Hausanschluss bis zum zentralen Verteiler erfolgt die vollständige Dokumentation aller verbundenen Fasern, Muffen und sonstigen für den Betreiber notwendigen Komponenten. Im Anschluss an die Abnahme kann das Netz an den Betreiber überlassen werden, der dann die Aktivierung der Hausanschlüsse vorbereitet.
Ende der Bauarbeiten bis 2027 geplant
Nach derzeitigem Stand der Angaben des ausführenden Unternehmens werden die Tiefbau- und Glasfaserarbeiten für das Netz in Breisach bis Ende 2026 laufen. Im Anschluss erfolgt die zuvor beschriebene Dokumentation. Die Überlassung an den Betreiber und dessen Inbetriebnahme des Netzes in Breisach wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2027 erfolgen.
Wann kann der Glasfaserhausanschluss genutzt werden?
Der Hausanschluss liegt, Glasfaser ist im Haus. Nun kann es doch losgehen…nur, wo bleibt das Licht, was dauert denn da, warum werde ich nicht informiert?
Kein Hausanschluss, unabhängig davon, wann er baulich fertiggestellt wurde und in welchem Ortsteil er liegt, kann vor der Inbetriebnahme des Netzes aktiviert werden. Ein Hausanschluss ist nur eines von vielen Elementen beim Glasfaserbau.
Wird ein Netz initial aufgebaut, werden Backbone, Verteilnetz und Hausanschlussbereich errichtet. Grundsätzlich gilt für den Glasfaserausbau zudem, dass abschnittsweise gebaut wird und die Abschnitte im Projektverlauf sukzessive durchverbunden werden. Im Tiefbau erfolgt dafür zunächst die Verlegung von Leerrohren, die zu einem durchgängigen Leerrohrnetz verbunden werden. In das Leerrohrnetz erfolgt der Einzug der Glasfaserkabel. In einem Kabel befinden sich teils mehrere hundert einzelne Fasern aus Glas, die dünner als ein menschliches Haar sind. Vom Hausanschluss über den Verteilerbereich werden die Fasern durch Spleißen verbunden. Im Glasfaserausbau kommen so viel tausend Glasfaserverbindungen zustande. Zentrale Verteiler im Netz sind die Point of Presence (PoP). Die PoP-Gebäude im Glasfasernetz sind das Verbindungselement zwischen Ortsnetz und Backbone. Hier laufen die Glasfaserkabel zusammen und die einzelnen Fasern werden für die Datenleitung ins weltweite Netz verbunden. Im Ausbau kann ein Hausanschluss daher schon relativ früh bestehen, während das notwendige Netz sich noch längere Zeit danach in der Errichtung befindet.
Am Ende der Leitungsarbeiten sind die Fasern vom Hausanschluss bis zum PoP als durchgängige Leitung vorhanden. Sie münden im PoP, wo die Umsetzung der Signale auf das Backbone und darüber zurück auf das Ortsnetz erfolgt. Alle Bestandteile im Netz müssen dokumentiert werden. Nur mit der Dokumentation ist für den Betreiber nachvollziehbar, welche Verbindung im Point of Presence über welche Fasern bis zum Hausanschluss läuft. Mit der fertigen Dokumentation wird auch das Netz an den Betreiber überlassen. Durch den Betreiber kann das Netz mit den für den Ausbau im weißen Fleck geförderten Hausanschlüssen dann in Betrieb genommen werden. Wenn es so weit ist, nimmt der Betreiber für den individuellen Schalttermin mit den Kunden eigenständig Kontakt auf, die bereits einen Tarif abgeschlossen haben.
