Der Ausbau der weißen Flecken ist in Titisee-Neustadt abgeschlossen – Übergabe an den Betreiber steht bevor

Der Lagerplatz der Baufirma für den Glasfaserausbau der weißen Flecken in Titisee-Neustadt. Soweit es die Witterung zugelassen hat, wurden die Arbeiten in Titisee-Neustadt auch während der Winterperiode weitergeführt. (Foto: Leonhard Weiss GmbH)


Die Tiefbau-, Glasfaser- und Montagearbeiten zum Ausbau der weißen Flecken in Titisee-Neustadt sind abgeschlossen und in Los I durch den Zweckverband Breitband bereits abgenommen. In Los II steht die Abnahme bevor. Zurzeit laufen zudem in beiden Losen die Dokumentationsarbeiten. Nach Abschluss kann die Übergabe des Netzes an den Betreiber erfolgen.

Die Tiefbau- und Glasfaserarbeiten zum Glasfaser-Ausbau der weißen Flecken in Titisee-Neustadt sind in beiden Losen fertiggestellt. Zurzeit laufen noch die für den Fördermittelgeber verpflichtend zu erbringenden Dokumentationsarbeiten, die zudem eine zwingende Voraussetzung für die Übergabe an den Betreiber darstellen. Die Abnahme der Bauleistungen durch den Zweckverband ist in Los I bereits erfolgt, in Los II steht sie bevor. Nach dem derzeit absehbaren Abschluss der umfassenden Dokumentationsarbeiten können Los I und Los II an den Betreiber übergeben werden. Während der Verband ein Netz nur unter bestimmten Voraussetzungen aufbauen darf, sind Betrieb und Diensteangebot auf dem Netz nur über den privaten Markt zulässig. Auf den ausgeschriebenen Netzbetrieb erhielt Vodafone GmbH den Zuschlag. Der Netzbetrieb erfolgt ausschließlich vom Betreiber, Einflussnahme darauf ist ausgeschlossen.

Dokumentation ist Voraussetzung für die Netz-Überlassung und Netz-Inbetriebnahme
Eine Dokumentation dient dem Betreiber dazu, das Netz zu verstehen und bspw. nachvollziehen zu können, welche der vielen tausend im PoP ankommenden Fasern jene ist, die dezidiert eine bestimmte Adresse erreicht. In beiden Losen planen die im Auftrag des Zweckverbands für Planung und Bau verantwortlichen Unternehmen, die Dokumentation bis Q2 abgeschlossen zu haben. Der Betreiber akzeptiert eine Überlassung nur bei vollständiger Dokumentation.

Nach der Überlassung kann die Inbetriebnahme erfolgen
Nach der Überlassung kann das Netz durch den Betreiber in Betrieb genommen werden. Bei der erstmaligen Aktivierung eines Anschlusses sind dafür Arbeiten an jedem einzelnen Hausübergabepunkt im Netz erforderlich, so dass die Schaltungen sukzessive vom Betreiber durchgeführt werden. Wenn es so weit ist, nimmt der Betreiber für den individuellen Schalttermin mit den Kunden eigenständig Kontakt auf, die bereits einen Tarif abgeschlossen haben. Für den Betreiber des Verbandsnetzes ist die Inbetriebnahme bei planmäßigem Verlauf und Entwicklung für 2026 geplant.
   

Hausanschluss wird durch den Betreiber nach der Fertigstellung des Netzes im Zuge der Inbetriebnahme aktiviert

Grundsätzlich gilt für den Glasfaserausbau, dass die Tiefbauleistungen baubedingt abschnittsweise durchgeführt werden und die Abschnitte im Projektverlauf sukzessive durchverbunden werden. In Titisee-Neustadt wurden insgesamt mehr als 130 Kilometer Trassen gebaut.

Nach der Verlegung von Leerrohren, die nach und nach zu einem durchgängigen Leerrohrnetz durchverbunden wurden, folgte das anschließende Einjetten der Glasfaserkabel. In einem Kabel befinden sich teils mehrere hundert einzelne Fasern aus Glas, die dünner als ein menschliches Haar sind. Vom Hausanschluss über den Verteilerbereich wurden die Fasern durch Spleißen bis zum zentralen Verteiler verbunden. Im Glasfaserausbau kommen so viel tausend Glasfaserverbindungen zustande. Zentrale Verteiler im Netz sind die Point of Presence (PoP). Die PoP-Gebäude im Glasfasernetz sind das Verbindungselement zwischen Ortsnetz und Backbone. Hier laufen die Glasfaserkabel zusammen und die einzelnen Fasern sind für die Datenleitung ins weltweite Netz verbunden.

Am Ende sind die Fasern vom Hausanschluss bis zum PoP als durchgängige Leitung vorhanden. Sie münden im PoP, wo die Umsetzung der Signale auf das Backbone und darüber zurück auf das Ortsnetz erfolgt. Jeder Signalweg, jede Faser, jedes Kabel, jedes Röhrchen, jede Muffe, jeder Schacht, jeder Hausanschluss muss für den Betreiber dokumentiert sein, damit dieser „das Netz verstehen“ kann. Es muss also für den Betreiber aus einer Fülle an Informationen klar sein, wo ein Signal ankommt, wenn er es einspeist. Das wird über die Dokumentation aller Netzbestandteile erreicht. Zugleich zeigt die Dokumentation die Mangelfreiheit für das neu gebaute Netz auf. Für den Betrieb, das betrifft auch Wartung und Instandhaltung, bleibt ausschließlich der Betreiber verantwortlich. Der Betreiber übernimmt das Netz deswegen nur, wenn es mangelfrei ist. Erst dann kann und wird er das Netz mit den für den Ausbau im weißen Fleck geförderten Hausanschlüssen in Betrieb nehmen. Bis zur Inbetriebnahme kann kein Hausanschluss, unabhängig davon, wann er baulich fertiggestellt wurde und in welchem Ortsteil er liegt, aktiviert werden. Die Anschaltung der einzelnen Hausanschlüsse wird nach der Netzinbetriebnahme durch den Betreiber sukzessive vorgenommen.

   

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