Schulterschluss für den Schluchsee: Breite Allianz startet Prävention gegen Blaualgen

Der Klimawandel und steigende Wassertemperaturen fordern den größten Schwarzwaldsee heraus: Um die Wasserqualität des Schluchsees langfristig zu sichern und Badeverbote wie im September 2024 künftig zu vermeiden, hat die Gemeinde Schluchsee eine wegweisende Kooperation initiiert.

Gemeinsam mit den Landratsämtern Waldshut und Breisgau-Hochschwarzwald, dem Regierungspräsidium Freiburg, den Nachbargemeinden Bernau und St. Blasien sowie der Schluchseewerk AG und dem Institut für Seenforschung wurde vereinbart, die Ursachen und Zusammenhänge der Algenbildung zu klären, um diese systematisch bekämpfen zu können und den Tourismus sowie das Ökosystem zu schützen.
 
„Wir wollen nicht nur auf Probleme reagieren, sondern proaktiv handeln", betont Schluchsees Bürgermeister Kaiser. Zwar ist die Wasserqualität in der Regel sehr gut, doch die wärmeren Sommer begünstigen Algenblüten. Eine umfassende Datenerhebung und -auswertung soll die genauen Wirkungszusammenhänge von Nährstoffeinträgen und Klimafaktoren klären. Ziel ist es, auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse wirksame, maßgeschneiderte Schutzmaßnahmen im Einzugsgebiet des Sees umzusetzen.
 
Ein kurzfristiges Ziel ist die enge Zusammenarbeit mit den Landwirtschaftsämtern, um durch gezielte Beratung der betroffenen Landwirte den Nährstoffeintrag in die Zuflüsse des Schluchsee und der Unterbecken zu senken. Ein zusätzlicher Fokus soll auf den Erhalt und die Wiederherstellung von Gewässerrandstreifen (mit standortgerechtem Bewuchs zur Beschattung) gelegt werden, um sowohl den Nährstoffeintrag in die Zuflüsse als auch deren Wassertemperatur zu reduzieren. Schließlich hat die Schluchseewerk AG angekündigt, die Schichtungs- und Strömungsverhältnisse im Schluchsee sowie die Nährstoffverteilung durch die natürlichen Zuflüsse und den Pumpspeicherbetrieb anhand einer 3-D-Modellierung zu untersuchen.