Ausbau weißer Flecken: Tiefbauarbeiten in St. Märgen stehen kurz vor dem Abschluss – Glasfaserarbeiten laufen

Lagerfläche für den Breitbandausbau weißer Flecken mit Glasfaser in St. Märgen.

  
Seit Tiefbaubeginn in St. Märgen konnten die planenden und bauausführenden Unternehmen einige Hürden im Ausbau der weißen Flecken überwinden, um ein betriebsfähiges Netz für die Breitbandversorgung der Flächengemeinde herzustellen. Jetzt nähert sich das ehrgeizige Projekt der Fertigstellung.

Von langen Genehmigungsverfahren über Naturschutzbelange, Kampfmittelräumungen, felsigen Untergrund und notwendige Trassen-Umplanungen über schwierige Witterungsverhältnisse und den besonderen Siedlungscharakter im Hochschwarzwald: Der Ausbau der weißen Flecken in St. Märgen war in der Planung und in der Umsetzung mit seinen speziellen Herausforderungen in der gesamten Projektzeit aufwändig und hat seinen zeitlichen Tribut gefordert. Rund 70 Kilometer Trasse wurden für das Glasfasernetz in der Flächengemeinde, in der nur etwa die Hälfte der rund 1900 Einwohner im Kernbereich wohnt, gebaut werden. Noch stehen einige notwendige Arbeiten an. Doch nach mehr als drei Jahren Bauzeit nähert sich das anspruchsvolle Projekt nun merklich der Fertigstellung.

Bauabschluss und Inbetriebnahme im Jahr 2026 in Aussicht
99 Prozent des Trassenbaus in den sieben Bauabschnitten in Los I und 98 Prozent der Tiefbauarbeiten in den neun Bauabschnitten in Los II sind bereits abgeschlossen. Soweit es die Wetterlage zulässt, werden die wenigen noch ausstehenden Trassenarbeiten in beiden Losen in absehbarer Zeit abgeschlossen sein. Auch der weit überwiegende Teil der geplanten Hausanschlüsse konnte zwischenzeitlich hergestellt werden. In Los I sind 95 Prozent, in Los II rund 80 Prozent der Anschlüsse baulich hergestellt. Die Glasfaserarbeiten laufen in beiden Losen und nähern sich in großen Schritten der geplanten Fertigstellung. Im Anschluss an die dann noch folgende Dokumentation kann die Abnahme durch den Zweckverband und danach die Überlassung an den Betreiber Vodafone nach derzeitigem Stand voraussichtlich vor dem zweiten Halbjahr 2026 erfolgen.

Wann kann der Glasfaserhausanschluss genutzt werden?
Der Hausanschluss liegt, Glasfaser ist im Haus. Nun kann es doch losgehen … nur, wo bleibt das Licht, was dauert denn da, warum werde ich nicht informiert?

Kein Hausanschluss, unabhängig davon, wann er baulich fertiggestellt wurde und in welchem Ortsteil er liegt, kann vor der Inbetriebnahme des Netzes aktiviert werden. Ein Hausanschluss ist nur eines von vielen Elementen beim Glasfaserbau.

Wird ein Netz initial aufgebaut, werden Backbone, Verteilnetz und Hausanschlussbereich errichtet. Grundsätzlich gilt für den Glasfaserausbau zudem, dass abschnittsweise gebaut wird und die Abschnitte im Projektverlauf sukzessive durchverbunden werden. Im Tiefbau erfolgt dafür zunächst die Verlegung von Leerrohren, die zu einem durchgängigen Leerrohrnetz verbunden werden. In das Leerrohrnetz erfolgt der Einzug der Glasfaserkabel. In einem Kabel befinden sich teils mehrere hundert einzelne Fasern aus Glas, die dünner als ein menschliches Haar sind. Vom Hausanschluss über den Verteilerbereich werden die Fasern durch Spleißen verbunden. Im Glasfaserausbau kommen so viel tausend Glasfaserverbindungen zustande. Zentrale Verteiler im Netz sind die Point of Presence (PoP). Die PoP-Gebäude im Glasfasernetz sind das Verbindungselement zwischen Ortsnetz und Backbone. Hier laufen die Glasfaserkabel zusammen und die einzelnen Fasern werden für die Datenleitung ins weltweite Netz verbunden. Im Ausbau kann ein Hausanschluss daher schon relativ früh bestehen, während das weitere notwendige Netz sich noch längere Zeit danach in der Errichtung befindet.

Am Ende der Leitungsarbeiten sind die Fasern vom Hausanschluss bis zum PoP als durchgängige Leitung vorhanden. Sie münden im PoP, wo die Umsetzung der Signale auf das Backbone und darüber zurück auf das Ortsnetz erfolgt. Alle Bestandteile im Netz müssen dokumentiert werden. Nur mit der Dokumentation ist für den Betreiber nachvollziehbar, welche Verbindung im Point of Presence über welche Fasern bis zum Hausanschluss läuft. Mit der fertigen Dokumentation wird auch das Netz an den Betreiber überlassen. Durch den Betreiber kann das Netz mit den für den Ausbau im weißen Fleck geförderten Hausanschlüssen dann in Betrieb genommen werden. Wenn es so weit ist, nimmt der Betreiber für den individuellen Schalttermin mit den Kunden eigenständig Kontakt auf, die bereits einen Tarif abgeschlossen haben.
     

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