Rebböschungen am Bugginger Hitzberg werden gepflegt​

Winzer von Buggingen und Landschaftserhaltungsverband arbeiten zusammen für artenreiche Rebböschungen

LEV-Mitarbeiterin Mareike Schlager trifft sich mit den Winzern, um die Böschungspflege abzusprechen.

Die Rebböschungen auf der Südseite des Hitzbergs zwischen Buggingen und Betberg werden seit diesem Frühjahr von den Winzern gemeinschaftlich gepflegt, Unterstützung erfahren sie dabei durch den Landschaftserhaltungsverband (LEV) Breisgau-Hochschwarzwald. Ziel ist es, die Tier- und Pflanzenvielfalt auf den südexponierten Böschungen zu fördern und die Lebensräume wärmeliebender Tierarten wie der Zauneidechse, im besonnten Boden nistende Wildbienen und an niedrigwüchsige Gebüsche gebundene Vogelarten wie die Dorngrasmücke und den Neuntöter zu entwickeln. Rebböschungen übernehmen dabei auch eine wichtige Funktion bei der Biotopvernetzung.

„Wachsen die Böschungen vollständig zu und sind beschattet, verschwinden viele seltene Arten“, weiß Reinhold Treiber als Geschäftsführer des LEV zu berichten. Bei den Landschaftspflegearbeiten soll ein Mosaik aus geschützten niedrigwüchsigen Feldhecken, offenen Trockenrasen und einzelnen Gebüschen mit Wildrosen und Feldulmen gefördert werden. Finanziell unterstützt werden die Maßnahmen über die Landschaftspflegerichtlinie.

15 Winzer und Winzerinnen aus der Weinbergslage haben sich zusammen gefunden und werden künftig die Pflege organisieren. Winzer Gerald Schopferer hat sich bereit erklärt, hier Ansprechpartner zu sein. Dabei wird er tatkräftig unterstützt von Hanspeter Müller, Bernhard Rieger, Wolfgang Hecker und Norbert Längin. Die Pflegearbeiten können dank der finanziellen Förderung auch von beauftragten Landschaftspflegefirmen mit speziellen Maschinen im Sommer fortgeführt werden. Dies bedeutet eine Entlastung der Winzer bei ihrer Arbeit. „Nur gemeinschaftlich können die teils schwierig zugänglichen Böschungen effizient gepflegt werden, so dass Winzer und Naturvielfalt gleichermaßen profitieren“, ist sich auch Mareike Schlaeger, Mitarbeiterin des LEV und Betreuerin des Projekts vor Ort sicher und freut sich über die engagierten Winzer. Nachdem im Februar einzelne Gehölze entnommen wurden, wird am kommenden Samstag zusammen aufgeräumt.  Nach dieser sogenannten Erstpflege ist der Weg frei für nachhaltige und selektive Mäharbeiten ganz im Sinne der zu schützenden Tier- und Pflanzenarten. Der Landschaftserhaltungsverband berät Winzer, Landwirte und Mitgliedsgemeinden, wie eine naturgerechte Landschaftspflege finanziell gefördert werden kann.