Breitband-Ausbau im Landkreis

Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hat sich einen flächendeckenden, leistungsstarken und zukunftsfähigen Breitbandausbau zum Ziel gesetzt, der auch die Gebiete im ländlichen Raum umfassen soll, die heute noch unterversorgt sind.


Aktuelles

Das Land Baden-Württemberg fördert den Ausbau der Breitbandinfrastruktur des Zweckverbands Breitband Breisgau-Hochschwarzwald in Höhe von 90.318 Euro. Der Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration, Thomas Strobl, übergab dem Zweckverband Breitband am 13. Juli 2018 gleich mehrere Förderbescheide für den Ausbau von Breitbandinfrastruktur im Zweckverbandsgebiet. Der Zweckverband erhält die Fördermittel für die Mitverlegung von Leerrohren für Breitbandinfrastruktur bei anstehenden Baumaßnahmen. mehr...
Auf Gemarkung der Stadt Vogtsburg im Kaiserstuhl wurde am 22.06.2018 ein gemeinschaftliches Projekt mit Zukunftscharakter initiiert. Der Zweckverband Breitband Breisgau-Hochschwarzwald legt Leerrohre für sein Glasfaser-Backbone bei einem Vorhaben der Netze BW zwischen Achkarren und Bickensohl zur Stromverkabelung mit. Für den Zweckverband ist es die erste geförderte Mitverlegung eines Backbone-Abschnitts seit dessen Gründung. Als Projektbeteiligte profitieren sowohl die EnBW-Tochter Netze BW wie auch der Zweckverband von der Vorgehensweise. Es werden Zeit und Ressourcen geschont, da nur einmal gegraben werden muss. Das Land Baden-Württemberg unterstützt den Aufbau des Landkreis-Backbones im Rahmen der Mitverlegung mit Fördermitteln in Höhe von 59.700 Euro. mehr...
Für den Ausbau des Breitbandnetzes erhält der Zweckverband Breitband Breisgau-Hochschwarzwald einen Landeszuschuss in Höhe von 164.700 Euro. Alexander Schmid als Geschäftsführer des Zweckverbands und Andrea Hennenberger von der Wirtschaftsförderung des Landkreises nahmen die Förderbescheide im Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung vom stellvertretenden Ministerpräsidenten und Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration Thomas Strobl in Stuttgart entgegen. mehr...

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Gut zu wissen

Hintergründe und Ausbaumodelle

Mit der politischen Vorgabe der Digitalen Agenda der Bundesregierung soll eine flächendeckende Breitbandversorgung ("schnelles Internet") mit einer Übertragungsrate von 50 Mbit/s verfügbar sein. Nach dem Ergebnis der aktuellen Markterkundung vom Jahr 2015 besteht derzeit keine flächendeckende Erschließung des Landkreises. Diese ist auch in den nächsten drei Jahren nicht zu erwarten. Während städtische Bereiche einen guten Zugang zu schnellem Internet haben, besteht im ländlichen Raum oft nur die Grundversorgung von unter 6 Mbit/s. Diese heterogene Aufteilung ist insbesondere auf die geringe Siedlungsdichte sowie die vielfältigen topografischen Gegebenheiten und der damit verbundenen höheren Ausbaukosten zurückzuführen.

Modelle

  • Wirtschaftlichkeitslücken-Modell (Deckungslücken-Modell)
    Ein Telekommunikationsunternehmen bekommt einen Zuschuss zur Errichtung der Breitbandinfrastruktur. Das Telekommunikationsunternehmen ist zugleich auch Betreiber des Netzes. Hiermit sollen die "Lücken gedeckt" werden, die für einen Betreiber sonst nicht wirtschaftlich ausbaubar sind.

  • Betreiber-Modell
    Die öffentliche Hand (z.B. Kommunen, Landkreise) bauen die passive Breitbandinfrastruktur selbst und verpachten diese an einen Netzbetreiber. Unter 'passiver Infrastruktur' werden alle Bereiche eines Netzwerks verstanden, die ohne eigene Stromversorgung auskommen. Hierzu gehören u.a. Kabelkanäle, Leerrohre, Verteilergestelle, etc.


Breitband als Standortfaktor

Eine gut ausgebaute Breitbandinfrastruktur stellt für viele Unternehmen bei der Ansiedlungsentscheidung als wichtigster Standortfaktor die Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum dar. Der Breitbandbedarf wird nicht nur im gewerblichen, sondern auch im privaten Gebrauch in den nächsten Jahren deutlich ansteigen. Der Zugang zu schnellem Internet ist folglich nicht nur ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein Faktor für Lebensqualität. Damit diese Standortfaktoren verbessert werden, setzt sich der Landkreis für einen zukunftsfähigen, flächendeckenden Ausbau ein.


Ablauf

Zeitraum Planungsschritt
Mai 2015 Vergabeverfahren Backbone-Planung
November/Dezember 2015 Markterkundung
Februar 2016 Übergabe Zuwendungsbescheid für Backbone-Planung durch Minister Bonde im MLR
April/Mai 2016 Abstimmung Backbone-Planung mit Gemeinden
Juli 2016 Erste Sitzung Begleitausschuss Breitbandausbau des Kreistags
27. September 2016 Sachstandsbericht zur Backbone-Planung des Landkreises im Ausschuss Wirtschaft, Verkehr und Umwelt
Oktober-Dezember 2016 Fertigstellung Backbone-Planung,
Entscheidung über weitere Umsetzungsschritte
19. Dezember 2016 Einstimmige Entscheidung des Kreistags für das Betreibermodell
Dezember 2016 - Juli 2017 Ausschreibung: FTTB-Strukturplanung (Feinplanung) für ca. 35 Städte und Gemeinden im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
März 2017 Erste Mitverlegungsmaßnahme für das landkreisübergreifende Backbonenetz im Dreisamtal
2017
  • Beginn FTTB-Ortsnetzplanung
  • Stellenbesetzung Breitbandmanager
  • Gründung Zweckverband
geplant ab 2018
  • Beginn Realisierung kommunaler Verteilernetze
  • Erstellung Backbone durch Mitverlegung, Anpachtung und Neubau
  • Ausschreibung Netzbetrieb


Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hat Ende 2015 eine Markterkundung durchgeführt. In dieser wurden die Ausbauabsichten privatwirtschaftlicher Telekommunikationsanbieter abgefragt, den gesamten Landkreis flächendeckend auszubauen. Nach den Ergebnissen dieser Markterkundung ist keine landkreisweite flächendeckende Breitband-Erschließung zu erwarten. Vor diesem Hintergrund prüft der Landkreis die Möglichkeiten des Breitbandausbaus.


Um ein umfassendes Bild von der Breitbandverfügbarkeit im Landkreis zu bekommen und mögliche Ausbaustrategien zu betrachten, wurde als nächster Schritt ein landkreisweites Backbone (Glasfaserrückgrat; Glasfaserbasisnetz) in Planung gegeben. In diesem Rahmen werden die Versorgungssituation und die bestehende Netzinfrastruktur im Landkreis erhoben. Hierzu haben im Frühjahr 2016 Abstimmungsgespräche mit den Gemeinden stattgefunden. Die Planungsergebnisse des Kreis-Backbones liegen dem Landkreis seit Anfang 2017 vor.
Um notwendige Neubaumaßnahmen zu reduzieren, wurden Mitverlegungsmöglichkeiten bei anstehenden Baumaßnahmen in die Backboneplanung integriert. Erste Mitverlegungsmaßnahmen für das Backbone haben bereits stattgefunden.

Des Weiteren koordiniert der Landkreis eine FTTB-Ortsnetzplanung (Glasfaser-Ortsnetz-Planung) für 35 Städte und Gemeinden. Nach Bewilligung der Förderung durch das Innenministerium sollen Gemeinden und Städte mit Ausbauabsichten ihre Ortsnetzplanung zuerst erhalten, so dass baldmöglichst mit der Realisierung der ersten Ortsnetze begonnen werden kann.
Zur Koordination und Umsetzung des landkreisweiten Breitbandausbaus soll ein Zweckverband gegründet werden. Der Zweckverband soll eine flächendeckende und zukunftsfähige Breitbandinfrastruktur aufbauen. Ebenso werden im Zweckverband das Know How und Kapazitäten gebündelt, um den Breitbandausbau im Landkreis umzusetzen.

Der Kreistag hat im Juli 2017 einstimmig die Gründung des Zweckverbands „Breitband Breisgau-Hochschwarzwald“ und den Beitritt des Landkreises in den Zweckverband beschlossen.
Die ersten Gemeinden sind dem Zweckverband ebenfalls beigetreten.


Fachbegriffe und Informationen

Backbone (Glasfaser-Rückgrat, Glasfaser-Basisnetz) Das Backbonenetz ist eine landkreisweite, redundante Glasfaserinfrastruktur, die an das internationale und bundesweite Netz angeschlossen ist.
FTTB-Ortsnetz (Glasfaser-Ortsnetz) Damit die einzelnen Hausanschlüsse schnelles Internet erhalten, wird ein Ortsnetz auf Glasfaserbasis aufgebaut. Dieses wird an das leistungsfähige Backbonenetz angegeschlossen.
Glasfaser (Fibre) Lichtwellenleiter, die aus einer Glasschmelze zu dünnen Fasern gezogen werden. Glasfaserkabel übertragen Lichtwellen bis zu einem Anschluss, wo diese in elektrische Signale umgewandelt und zum Endverbraucher weitergeleitet werden.
Die Möglichkeit Glasfaserkabel über vorhandene Gas- oder Wasseranschlüsse bis ins Gebäude zu verlegen sowie die Eigenschaft der Glasfaserkabel höhere Reichweiten und Übertragungsraten zu ermöglichen, haben dazu beigetragen, dass die elektrische Übertragung auf Kupferkabeln weitestgehend abgelöst wurde.
FTTC (Fibre To The Curb - Glasfaser bis zum Bordstein) Bei FTTC werden die Glasfaserkabel bis zum Kabelverzweiger verlegt. Die weitere Übertragung zum Endnutzer erfolgt dann per Kupferkabel. In Deutschland ist diese Technologie unter VDSL bekannt.
FTTH (Fibre To The Home – Glasfaseranschluss bis in die letzte Wohneinheit) Netzarchitektur, bei der die Verlegung von Glasfaserkabeln des Internetanbieters vom Rechenzentrum bis in die Wohnung des Anschlussnehmers vorgenommen wird.
FTTB (Fibre To The Building – Glasfaseranschluss in das Gebäude) Wie FTTH, eine Netzarchitektur, bei der die Verlegung von Glasfaserkabeln des Internetanbieters vom Rechenzentrum bis in das Gebäude vorgenommen wird. Meist werden die Kabel in den Hauskeller verlegt, von wo aus die übermittelten Signale über bestehende Kupferleitungen (VDSL-Technik oder Coax) im Haus in die Wohnungen der Anschlussnehmer weitergeleitet werden.
DSL (Digital Subscriber Line) DSL bezeichnet abgekürzt den Übertragungsstandard für einen Digitalen Teilnehmeranschluss und stellt dem Endnutzer einen breitbandigen Internetzugang zur Verfügung, über welchen Daten mit hohen Übertragungsraten von bis zu 500 Mbit/s über Kupferleitungen empfangen und gesendet werden können.
Vectoring Netztechnologie, die durch die Reduzierung von elektromagnetischen Störungen zwischen den Netzleitungen die Datenübertragung auf einem bereits vorhandenen, leitenden Kupferkabel vergrößert.
Weitere Breitband-Technologien
  • Satellit
  • TV-Kabel
  • UMTS/HSPA
  • WLAN
  • Richtfunk
  • Long Term Evolution (LTE)
  • mehr dazu
Nützliche Links

Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, 2016