Arbeiten zum Breibandausbau weißer Flecken in Friedenweiler stehen kurz vor dem Abschluss – Überlassung des Netzes an den Betreiber ist in Vorbereitung
Die Tiefbauarbeiten zum Ausbau der weißen Flecken in Friedenweiler sind bis auf wenige Anpassungen im Bestand abgeschlossen, die Glasfaserarbeiten stehen vor der Fertigstellung. Offen sind noch geringfügige Arbeiten im Hausanschlussbereich sowie an der Verbindung zwischen Rötenbach und Friedenweiler. Parallel dazu läuft bereits die Dokumentation. Den weiteren störungsfreien Verlauf der Arbeiten vorausgesetzt, kann das Netz planmäßig in der zweiten Jahreshälfte an den Betreiber übergeben werden.
Nach dem symbolischen Spatenstich im Juli 2024 nähert sich in Friedenweiler die geplante Fertigstellung zum Ausbau der weißen Flecken im 3. Quartal diesen Jahres. Rund zwei Jahre Bauzeit sind dafür erforderlich gewesen. Lediglich letzte Anpassungen in den Bestandsbereichen Friedenweiler und an der Verbindung von Rötenbach nach Friedenweiler sind noch notwendig. Ebenfalls im Abschluss befinden sich die Glasfaserarbeiten, von denen rund 90 % fertiggestellt sind. Dabei werden die Glasfaserkabel in die beim Tiefbau hergestellten Rohrleitungen eingezogen – jeweils ein Kabel vom Hausanschluss bis zum Unterverteiler und ein weiteres Kabel vom Unterverteiler bis zum zentralen Verteiler (Point of Presence, PoP). Mit Fusionsspleißen der einzelnen Fasern in den Kabeln erfolgt die Herstellung durchgängiger Verbindungen vom Haus bis zum PoP.
Abschluss der Arbeiten bei optimalem Verlauf bis Ende Juli
Einen störungsfreien weiteren Verlauf vorausgesetzt, geht der vom Zweckverband Breitband beauftragte Planungsdienstleister Gutmann GmbH vom Abschluss aller wesentlichen Tiefbau- und Glasfaserarbeiten bis Ende Juli aus. An der notwendigen umfangreichen Dokumentation wird mit dem Ziel sie ebenfalls bis Ende Juli fertigzustellen, parallel bereits gearbeitet. Auch eine Zustandsfeststellung der Oberflächen hat bereits stattgefunden.
Überlassung an den Betreiber nach Fertigstellung
Die Dokumentation dient dem Betreiber dazu, das Netz zu verstehen und bspw. nachvollziehen zu können, welche der vielen tausend im PoP ankommenden Fasern jene ist, die dezidiert eine bestimmte Adresse erreicht. Die Überlassung an den Betreiber Vodafone kann nach Fertigstellung aller Arbeiten, der Dokumentation und der Abnahme durch den Zweckverband erfolgen. Nach Überlassung benötigt der Betreiber mehrere Monate, um das Netz in Betrieb zu nehmen. Die Glasfaser-Hausanschlüsse aktiviert der Betreiber dann nach und nach in einem individuellen Anschaltprozess.
Wenn es so weit ist, nimmt der Betreiber für den individuellen Schalttermin mit den Kunden eigenständig Kontakt auf, die bereits einen Tarif für ein Kundenprodukt abgeschlossen haben.
Herausforderungen im Ausbau erfolgreich überwunden
Der Ausbau mit Glasfaser ist eine freiwillige kommunale Leistung. Sie wird über das Bundesförderprogramm Breitband sowie die Mitfinanzierung des Landes unterstützt und unterliegt unter anderem den dort geltenden Regeln und Auflagen. Das grundlegende Glasfasernetz wird bei der Maßnahme initial aufgebaut, ohne dass dafür hoheitliche Rechte gelten würden. Der Breitbandausbau im Verbandsgebiet gehört zu den größten Infrastrukturprojekten in der Region. Ausbau mit einer leistungsfähigen Infrastruktur sichert die Zukunftsfähigkeit einer Gemeinde. Infrastruktur in eigener Hand ist dabei der Schlüssel, um sowohl die Eigenständigkeit wie auch die Entwicklungsmöglichkeiten zu erhalten.
Glasfaserausbau und insbesondere der geförderte Ausbau ist komplex und bringt Herausforderungen mit sich, die bei solchen großen Projekten mit den zahlreichen einzubindenden Akteuren, den umfassenden behördlichen Regularien und Vorgaben und den unterschiedlichsten bautechnischen Anforderungen trotz der sorgfältigsten Vorbereitungen auftreten und nur bedingt planbar sind. In Friedenweiler zählten dazu unter anderem notwendig gewordene Trassenänderungen, die naturschutzrechtliche Erlaubnis durch die Naturschutzbehörde zwingend erforderlich machen, weitere Anschlussobjekte und unerwartete Herausforderungen bei den Glasfaserarbeiten. Alle auftretenden Hürden konnten unter anderem durch die flexibel agierenden planenden und bauausführenden Unternehmen überwunden werden. Das vom Bund nachträglich erlaubte Upgrade graue Flecken im weiße Flecken Programm schuf weitere Umstände und auch Chancen. Erstere hat der Verband gemeistert, letzte wurden sinnvoll genutzt. Insgesamt verlief der Ausbau in Friedenweiler im Vergleich und trotz verschiedener Herausforderungen bisher überdurchschnittlich schnell.
Hausanschluss wird durch den Betreiber nach der Inbetriebnahme des Netzes aktiviert
Grundsätzlich gilt für den Glasfaserausbau, dass die Tiefbauleistungen baubedingt abschnittsweise durchgeführt werden und die Abschnitte im Projektverlauf sukzessive durchverbunden werden. In Friedenweiler wurden insgesamt mehr als 15 Kilometer Trassen gebaut.
Nach der Verlegung von Leerrohren, die mit dem abschnittsweisen Bau nach und nach zu einem durchgängigen Leerrohrnetz durchverbunden wurden, folgte das anschließende Einjetten der Glasfaserkabel. In einem Kabel befinden sich teils mehrere hundert einzelne Fasern aus Glas, die dünner als ein menschliches Haar sind. Vom Hausanschluss über den Verteilerbereich wurden die Fasern durch Spleißen bis zum zentralen Verteiler verbunden. Im Glasfaserausbau kommen so viel tausend Glasfaserverbindungen zustande. Zentrale Verteiler im Netz sind die Point of Presence (PoP). Die PoP-Gebäude im Glasfasernetz sind das Verbindungselement zwischen Ortsnetz und Backbone. Hier laufen die Glasfaserkabel zusammen und die einzelnen Fasern sind für die Datenleitung ins weltweite Netz verbunden.
Am Ende sind die Fasern vom Hausanschluss bis zum PoP als durchgängige Leitung vorhanden. Sie münden im PoP, wo die Umsetzung der Signale auf das Backbone und darüber zurück auf das Ortsnetz erfolgt. Jeder Signalweg, jede Faser, jedes Kabel, jedes Röhrchen, jede Muffe, jeder Schacht, jeder Hausanschluss muss für den Betreiber dokumentiert sein, damit dieser „das Netz verstehen“ kann. Es muss also für den Betreiber aus einer Fülle an Informationen klar sein, wo ein Signal ankommt, wenn er es einspeist. Das wird über die Dokumentation aller Netzbestandteile erreicht. Zugleich zeigt die Dokumentation die Mangelfreiheit für das neu gebaute Netz auf. Für den Betrieb, das betrifft auch Wartung und Instandhaltung, bleibt ausschließlich der Betreiber verantwortlich. Der Betreiber übernimmt das Netz deswegen nur, wenn es mangelfrei ist. Erst dann kann und wird er das Netz mit den für den Ausbau im weißen Fleck geförderten Hausanschlüssen in Betrieb nehmen. Vor Inbetriebnahme kann kein Hausanschluss, unabhängig davon, wann er baulich fertiggestellt wurde und in welchem Ortsteil er liegt, aktiviert werden. Die Anschaltung der einzelnen Hausanschlüsse wird durch den Betreiber nach der Netzinbetriebnahme sukzessive vorgenommen.
