Tipps und Hilfen für Familien

Zusammengestellt vom Jugendamt des Landkreises

Wir bleiben zuhause! (68 KB)

Geschlossene Schulen, Kitas und Geschäfte, sowie stark eingeschränkte soziale Kontakte rufen Ängste, Sorgen und Befürchtungen hervor. Sie stellen Familien vor sehr große Herausforderungen und Problemen, für die es oft keine schnelle Lösung gibt. Wir sind aufgefordert, diese Krise sehr ernst zu nehmen und uns an die Empfehlungen und Vorschriften zu halten. Nur so kann es gelingen, eine weitere Verbreitung des Virus zu verlangsamen.

Ohne Sorgen und Konflikte wird es sicher nicht gehen. Wir hoffen aber, dass wir Sie darin unterstützen können, das Ausmaß möglichst gering zu halten und Sie trotz der herausfordernden Situation viele schöne Momente mit Ihren Kindern erleben können. Auf dieser Seite finden Sie dafür eine Zusammenstellung hilfreicher Informationen und Hinweise in Form von Videos, Spielideen und Beratungsangeboten.

Hilfen für die Alltagsgestaltung

Wichtig: Routine und Kommunikation

Vor allem in schwierigen Situationen ist es für Kinder wichtig, Routinen und eine gute Tagesstruktur zu erleben. Feste Abläufe binden Angst, da sie den Tag insgesamt voraussagbar machen. Festgelegte Zeiten für Lerneinheiten, gemeinsame Mahlzeiten und Bewegung an der frischen Luft können hierbei hilfreich sein. Abläufe aus Kindergarten und Schule können übernommen sowie neue Strukturen gemeinsam mit den Kindern entwickelt und gestaltet werden. Dabei empfiehlt es sich, Arbeits- und Freizeitzeiten klar voneinander zu trennen. Auch Eltern sollen gut für sich selbst sorgen und sich in schwierigen Situationen eine kleine Auszeit gönnen um wieder zur Ruhe zu kommen.
Gerade in Zeiten der Krise und Unsicherheit ist es besonders wichtig, im Kontakt mit Oma, Opa, Verwandten und Freunden zu bleiben und sich auszutauschen. Da aufgrund der Gefahr der Ansteckung viele Möglichkeiten der Begegnung wegfallen braucht es hier Alternativen um die räumliche Distanz zu überbrücken. Videotelephonie, Skype, Facetime, Anrufe und Nachrichten- all dies hilft, um der sozialen Isolation entgegenzuwirken und das seelische Gleichgewicht nicht zu verlieren.

Lernen und Medien für Kinder und Jugendliche

Hygienetipps

Digitales Lernen

Das selbstständige Lernen des Unterrichtsstoffs währen der Corona- Krise wird von vielen Schulen vorausgesetzt. Hierbei bemühen sich Lehrkräfte ihre Schüler und Schülerinnen über Internetportale und E-Mail regelmäßig mit Unterrichtsmaterialien zu versorgen.
Zusätzlich hierzu finden sich zahlreiche kostenlose digitale Lernangebote für die kommenden Wochen zu Hause:

Suchmaschinen für Kinder

Für Kinder gibt es Suchmaschinen, die einen geschützten Surfraum ermöglichen und lediglich kindergeeignete Internetseiten finden:

Kochen mit Kindern - geht nicht, gibt's nicht!

Der Spagat zwischen Kinderbetreuung und Mittagessen kochen​

Durch die aktuelle Situation ist der normale Alltag plötzlich nicht mehr alltäglich. Die Schulen und Kindergärten sind geschlossen, die Kinder zu Hause. Und sie wollen nicht nur beschäftigt werden, sondern auch ein warmes Mittagsessen bekommen. Gerade für Eltern mit kleinen Kindern kann das eine Herausforderung darstellen.
Hierfür gibt es eine einfache Lösung: Kochen Sie gemeinsam mit Ihren Kindern! So schlagen Sie nicht nur zwei, sondern viele Fliegen mit einer Klappe. Denn mit Kindern Essen zuzubereiten, hat viele Vorteile.

Gemeinsam kochen ist gemeinsam Zeit verbringen​

Wenn Sie zusammen kochen ist keine andere Beschäftigung für die Kinder nötig. In der Küche helfen ist spannend genug! Eltern müssen sich also nicht zwischen Küche und Kindern zerteilen. Bereits kleine Kinder lassen sich zum Kochen begeistern und können schon mithelfen.
Je nach Alter gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Ab 2 Jahren – z.B. Quarkspeise zusammenrühren oder Brote belegen
  • Ab 3 Jahren – z.B. Erbsen pulen, Rosenkohl putzen oder Salat zerpflücken
  • Ab 4 Jahren – z.B. gemeinsam ein Gemüsemesser ausprobieren
  • Ab 5 Jahren – erste Erfahrungen am Herd sammeln mit z.B. Rührei oder Pfannkuchen
  • Ab 8 Jahren – der Umgang mit heißem Wasser und Fett sollte geübt werden. Danach kann Ihr Kind Sie fast bei sämtlichen Küchenaufgaben unterstützen.

Lassen Sie Ihre Kinder möglichst viel am Kochen teilhaben. Selbst zuschauen und erklärt bekommen oder den Tischdecken bindet sie mit ein.

Gemeinsam kochen sorgt für Harmonie am Tisch​

Lassen Sie Ihre Kinder mitkochen, reduzieren Sie auch automatisch das Streitpotenzial am gedeckten Tisch. Denn Kinder werden selbst gekochte Mahlzeiten sehr viel leckerer finden, als ein vorgesetztes Essen. Mit dem Schuleintritt sollten Sie die Kinder auch aktiv in die Speisenplanung und den Einkauf mit einbeziehen. Auch das vermeidet Diskussionen ums Essen. Und ganz nebenbei stärkt das Planen und Kochen auch das Verantwortungsbewusstsein Ihres Kindes.

Gemeinsam kochen bildet​

Hören, riechen, schmecken – in der Küche werden die Sinne geschärft. Auch die verschiedenen Zutaten, Handgriffe und Küchengeräte erweitern den Horizont Ihrer Kinder. Und die physikalischen Prozesse, die beim Kochen stattfinden, wecken die Neugier. Ganz nebenbei werden die praktischen Fertigkeiten geschult. Ein Rundumpaket also.
Kinder, die früh mitplanen, einkaufen und kochen werden zudem schnell selbstständig. Auch ihr Verantwortungsbewusstsein entwickelt sich dadurch. Außerdem ist eine Küche optimal um sich auszuprobieren. So werden beim Kochen Fantasie und Kreativität von (Jung-)Köchen angeregt. Nicht zuletzt bereitet kochen Freude und steigert die Wertschätzung unserer Lebensmittel. Und so wird automatisch das Interesse an gesunder Ernährung entfacht.

Keine Zeit zum Kochen?​

Manche Eltern haben berufsbedingt keine Zeit um mittags ein Essen zuzubereiten. Auch hierfür gibt es Möglichkeiten. Kochen Sie einfache, schnelle Rezepte, die sich gut vorbereiten lassen, z.B. Kartoffeln mit Quark, Nudelsalat oder Rührei. Viele Gerichte lassen sich auch am Abend vorher kochen und am nächsten Tag aufwärmen, z.B. Suppen, Gemüsepfannen oder Nudelsoßen. Und wenn es gar nicht geht? Auch der Abholservice oder Lieferdienste der lokalen Gastronomen können in dieser Zeit Abhilfe schaffen.

Anschauen und nachmachen!

Bewegung und Sport

Neben der Bewegung an der frischen Luft unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Hinweise zum Kontakt mit anderen Personen, können auch digitale Sportstunden für zu Hause helfen, um Anspannung und Stress abzubauen und dem Bewegungsdrang der Kinder nachzukommen.

Die Expertinnen unseres "Forum ernähren, bewegen, bilden" in Breisach unterstützen Eltern mit wertvollen Tipps zu den neuen digitalen Bewegungsangeboten.

Bewegungsangebote und -ideen online

Für Eltern

Informationen zur Schließung der Schulen und Kitas

Umgang mit Medien

Wenn Kinder und Jugendliche aufgrund der aktuellen Situation mehr Zeit am Tablet, vor dem Fernseher oder am Computer verbringen, können Bildschirmzeiten zum Streitthema werden. Es empfiehlt sich daher, von Anfang an klare Regeln mit den Kindern/Jugendlichen für die kommenden Wochen zu vereinbaren. Wichtig für jedes Alter sind dabei bildschirmfreie Zeiten. Wie in der Schule können beispielsweise Pausenzeiten festgelegt werden, in denen Kinder/Jugendliche sich ohne digitale Medien beschäftigen. Informationen und Hinweise, wie Kinder und Jugendliche bei der Nutzung digitaler Medien begleitet und unterstützt werden können finden Sie hier:

Homeoffice mit Kind

Viele Arbeitgeber bieten derzeit die Möglichkeit des Homeoffice an. In der Umsetzung kann dies eine echte Herausforderung darstellen. Wie kann das Homeoffice mit Kindern zu Hause klappen und worauf sollten Sie achten?

Hinweise und Empfehlungen hierzu erhalten Sie hier:

Für Schwangere


Antworten auf zahreiche Fragen sowie vielfältige Anregungen und Tipps für sinnvolle und kreative Beschäftigungsmöglichkeiten finden Eltern auch in der Broschüre ElternWissen_Corona der AGJ Freiburg. Sie enthält zudem eine umfangreiche Liste mit Links zu entsprechenden Anleitungen, Videos, Internetseiten etc.

  

Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen

Bedürfnisse der verschiedenen Altersgruppen

Für Kinder ist es wichtig, dass sie altersgerechte Informationen über die derzeitige Situation erhalten. Sie brauchen die Gewissheit und das Gefühl, ernst genommen zu werden. Während einige Kinder sich aktiv mit der Situation auseinandersetzen, ihre Gefühle zeigen und Fragen stellen ziehen sich andere zurück und zeigen ihre Verunsicherung unter Umständen auf anderen Wegen. Ihre Aufgabe ist den Kindern Orientierung zu vermitteln und mit ihnen in Verbindung zu blieben.

Säuglinge
Säuglinge spüren ganz besonders Sorgen und Ängste ihrer Bezugspersonen. Sie sind dann manchmal unruhiger, leichter irritierbar und schwerer zu beruhigen. Versuchen Sie deshalb eine Atmosphäre für sich und ihr Kind zu schaffen, die Ihnen Sicherheit und Geborgenheit vermittelt.

Klein- und Vorschulkinder
Geben Sie dem Kind Gelegenheit zur Aussprache, während Sie sich mit ihm beschäftigen. Eine Unterhaltung während des Spielens, beim Basteln oder Zeichnen ist eine gute Gelegenheit, dem Kind nahe zu sein und es zu unterstützen seine Fragen zu stellen. Wichtig sind altersgemäße Antworten. Viele Kinder erleben Trennungsängste oder haben Angst ihre Familie zu verlieren. Erklären Sie den Kindern, dass der Krankheitsverlauf von Corona für die Mehrheit der Menschen unkritisch ist. Wenn furchterregende Gedanken bei Kindern auftauchen kann es auch sinnvoll sein, das Kind mittels Büchern, Geschichten oder Musik abzulenken und zu beruhigen.

Schulkinder
Kinder ab dem Schulalter können bereits besser das Ausmaß der aktuellen Situation erfassen. Es ist daher wichtig den Kindern altersgerechte Informationen zukommen zu lassen. Sie sollten vor der großen Informationsflut, durch Sendungen die für Erwachsene aufbereitet sind, geschützt werden. Sollten Kinder damit doch konfrontiert werden, dann muss man ihnen Gelegenheit geben, das Gesehene zu verarbeiten. Sie tun dies über das Spiel oder über Träume. Für Kinder ist wichtig zu wissen, dass Verantwortungen klar verteilt sind, z. B. dass sich Ärztinnen und Ärzte um erkrankte Angehörige kümmern. Routinen und sinnvolle Beschäftigungen sowie eine Ansprechperson, die die Fragen der Kinder beantwortet wirken entlastend.

Jugendliche
Jugendliche befinden sich derzeit in einer besonderen Situation. In diesem Alter steht die Ablösung vom Elternhaus im Vordergrund, durch die derzeitige Situation sind sie aber sehr stark an ihr Zuhause gebunden. Auch Jugendliche werden in dieser Zeit mit einer Vielzahl von Informationen konfrontiert. Dabei sollten sie begleitet werden und die Chance bekommen, sich mit ihrer Peergruppe medial auszutauschen. Die Jugendlichen sollten Zugang zum Internet und zu sozialen Netzwerken haben um ihre Freundschaften zu pflegen. Auch Jugendliche brauchen die Unterstützung der Eltern: Filtern und steuern Sie und unterbrechen Sie Situationen, in denen Gespräche dazu tendieren, dass „die Köpfe heißgeredet werden“ bzw. zur Beunruhigung und nicht zur besseren Orientierung beitragen.

Erklärvideos für Kinder

    

Unterstützung in Krisen

Die aktuelle Situation bringt für alle Menschen viele Ungewissheiten und Veränderungen mit sich. Wachsende Ängste und Sorgen, beengte Wohnverhältnisse, fehlende Tagesstruktur durch Schule/Beruf sind nur einige Faktoren, die eine Zunahme von Konflikten in Familien bedingen können. Besonders wenn Familien das Zusammenleben auch bisher schon als herausfordernd erlebt haben, so kann es derzeit zu einer Verschärfung und ggf. zu massiven Konflikten kommen. Im Folgenden sind weiterführende Hinweise für Familien in Krisensituationen zu finden.

Wenn's mal kracht...

Strategien zur Klärung von Konflikten

  • Grundsätzlich ist es wichtig Konflikte anzugehen und diese konstruktiv zu klären anstatt sie dauerhaft zu vermeiden.  Probleme, die verdrängt oder „runtergeschluckt“ werden, werden - ebenso wie Ihre Wut und Ihr Zorn - nur noch größer.
  • Wichtig ist der richtige Zeitpunkt um Probleme und Meinungsverschiedenheiten anzusprechen (nicht unbedingt dann, wenn der andere gerade im Stress steht oder einen wichtigen Termin vor sich hat).
  • Der Zeitpunkt und der Inhalt, was gesagt und geklärt werden will, muss gut überlegt sein.
  • Verallgemeinerungen und Übertreibungen sind zu vermeiden (d. h. also Worte wie "nie" oder "immer")
  • Es ist hilfreich möglichst nur von sich und den eigenen Gefühlen zu sprechen. Dabei sind so  genannte "Ich-Botschaften" und zu verwenden und zu beschreiben, wie ein bestimmtes Verhalten des Gegenüber wirkt.
  • Statt Vorwürfen sind Wünsche zu äußern.
    Beispiel: Anstatt "Nie hast du Zeit für mich!" ist es besser zu sagen "Ich würde gerne mehr Zeit mit dir verbringen!"
  • Konkrete Situationen sollten angesprochen werden. Dadurch wird das Anliegen leichter verständlich und der andere kann sich konkret dazu äußern.
  • Lassen Sie den anderen ausreden und zwingen Sie sich, ihm gut zuzuhören.
  • Vergewissern Sie sich, ob Sie Ihren Partner auch wirklich richtig verstanden haben. Fragen Sie ruhig nach, denn häufig ist es so, dass wir dem Gehörten unseren eigenen Sinn und unsere eigene Bedeutung geben. Dies muss aber nicht mit dem übereinstimmen, was der andere gesagt hat und ausdrücken wollte.
  • Es gibt keinen Schuldigen und keinen Sieger!

Sollten Konflikte zu einer Dauerbelastung für eine Familie oder zu massiven Beziehungs-problemen führen, so ist es notwendig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.  Das Landratsamt weist darauf hin, dass die bekannten Beratungs- und Anlaufstellen weiterhin telefonisch zu erreichen sind.

Sorge- und Umgangsrecht in der Coronakrise

Finanzielle Hilfen

Beratung und Unterstützung bei sexueller Gewalt

Angebot

Telefon
Wildwasser Freiburg e.V. (Beratungsstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Frauen)
0761 33645
Angebot
Telefon
Frauenhorizonte gegen sexuelle Gewalt e. V.
0761 28 58 585 (rund um die Uhr)
Angebot
Telefon
Wendepunkt e.V. - Fachstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen
0761 707 11 91
Angebot
Telefon
Hilfetelefon sexueller Missbrauch
0800 22 55 530
Angebot

Telefon
Beratung für Personen mit sexuellen Phantasien gegenüber Kindern oder für zu Gewalttaten neigende Personen (anonym und kostenlos)
0800 70 222 40

Beratung und Unterstützung bei häuslicher Gewalt

Unterstützung für Familien mit einer Suchtproblematik

Angebot
Telefon
Im Netz
AGJ-Suchtberatung Müllheim       
07631 5015
www.suchtberatung-muellheim.de
Angebot
Telefon
Im Netz
AGJ Jugend- und Drogenberatung  KOBRA
07631 5017
www.drogenberatung-kobra.de
Angebot
Kontakt
Im Netz
AGJ-MAKS/ANKER (Modellprojekt Arbeit mit Kindern von Suchtkranken)    
0761 33216 oder per Mail maks@agj-freiburg.de
www.maks-freiburg.de
Angebot
Kontakt
Im Netz
bwlv-Fachstelle Sucht Freiburg
0761-156309-0, zusätzliche landesweite Online-Beratung
www.bw-lv.de
Angebot
Telefon
Im Netz
FrauenZimmer- Suchtberatungsstelle für Frauen und Mädchen   
0761 - 32211     
www.frauenzimmer-freiburg.de
Angebot
Telefon
Im Netz
Psychosoziale Beratungsstelle für Suchtgefährdete und Suchtkranke    
0761 285830-0
www.regio-psb-freiburg.de

Beratungsangebote in besonderen Situationen